Neuss wird für die Kommunalwahl im September neu aufgeteilt

Neuss wird für die Kommunalwahl im September neu aufgeteilt : Zwei neue Wahlkreise – und zwei „Verlierer“

Analyse Das Landes-Verfassungsgericht hat geurteilt – und die Stadt muss 24 ihrer 29 Wahlkreise neu zuschneiden. Grimlinghausen und Weckhoven verlieren zugunsten der Furth und des Südens je ein Mandat.

Eine gute Nachricht vorweg: die selbstbewussten Ortsteile vor allem im Neusser Süden und Westen behalten einen Wahlkreis gleichen Namens. Das ist Teil des Vorschlages für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise, den die Verwaltung am Montag hinter verschlossenen Türen der Politik vorgestellt hat. Mit ihm reagiert die Stadt auf ein Urteil des Landes-Verfassungsgerichtes, das Ober- und Untergrenzen für die Wahlkreisgröße neu definiert hat.

Der guten Nachricht folgt gleich ein großes Aber: Grimlinghausen, bislang mit zwei Stadtverordneten im Rat vertreten, wird ebenso einen Wahlkreis verlieren wie Weckhoven. Gerade für die Grimlinghauser, die sich schon heute politisch schlecht vertreten fühlen und auch deshalb einen eigenen Bezirksausschuss fordern, ist das eine bittere Pille.

Strahlende Gesichter dürfte es dagegen in Rosellen und auf der Furth geben. Denn sowohl im Neusser Süden als auch im Norden wird ein Wahlkreis neu geschaffen. Als hätte es zumindest die CDU Rosellen geahnt, hat sie für diesen Zusatzwahlkreis schon einen Direktkandidaten benannt. Der Wahlkreis wird auch den Namen Rosellen tragen aber auch Teile von Allerheiligen sowie Bettikum und Schlicherum umfassen. Die Wahlbezirke Allerheiligen und Rosellerheide-Neuenbaum – bis jetzt mit Alt-Rosellen einer der größten Wahlbezirke im Stadtgebiet – bilden mit ihm die ehemalige Gemeinde Rosellen ab.

Im Norden entsteht rund um den Berliner Platz ebenfalls ein neuer Wahlkreis, der von der Fläche her klein aber dicht besiedelt ist. Ihn auf der Furth einzupflanzen, sorgt für erhebliche Verschiebungen, die sich auch auf den Wahlkreis Hermannsplatz und den Kreis „Kaarster Brücke“ auswirken. Der schrumpft  zugunsten von Morgensternsheide. Die SPD-Hochburgen Südliche Furth und Barbaraviertel, wo die Sozialdemokraten 2014 ihre beiden Direktmandate errangen, sind kaum vom Neuzuschnitt betroffen. Ja, das Barbaraviertel ist unter den 29 Wahlkreisen in der Stadt einer der fünf Bezirke, die völlig unangetastet bleiben konnten. Die anderen „Unantastbaren“ liegen ausnahmslos in der Neusser Innenstadt.

Die Bezirke Pomona und Dreikönigenviertel werden von der Größe her angeglichen, dazu gewinnt die Pomona Straßenzüge hinzu. Gleiches gilt für den Bezirks Grefrath, der auf Kosten von Holzheim vergrößert wird. Und wie schon im vergangenen Jahr einmal beschlossen, wird Derikum wieder ein eigener Wahlkreis - aber das ohne die Elvekumer, auch wenn beide Orte bei den Themen Verkehr und Gewerbegebiets-Erweiterung große inhaltliche Schnittmengen haben.

Im Osten der Stadt gibt es noch Unschärfen. Wächst der Wahlbezirk Erfttal durch Zuwachs aus Gnadental oder Grimlinghausen? Die Politik tendiert eher zur zweiten Variante und stimmt auch zu, dass Teile von Grimlinghausen-Süd dem Wahlkreis Uedesheim zugeschlagen werden. Unklar ist zweitens, wo der wegfallende Wahlkreis Weckhoven-West landet. Am wahrscheinlichsten scheint, dass Teile an den Bezirk Reuchenberg und auch etwas an den Wahlbezirk Hoisten geht. Wie auch immer: Der Weg zum  Wahllokal wird für niemanden weiter.