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Neuss: Neuss wird Europas Schützenhauptstadt

Neuss : Neuss wird Europas Schützenhauptstadt

Bereits eine Woche vor dem Bürger-Fest schauen Schützen aus ganz Europa auf Neuss. Am 16. und 17. August treffen sich 400 von ihnen aus 12 Ländern zur Herbsttagung in der Quirinusstadt. Umzug hat Christuskirche zum Ziel.

Das Schützenfest ist nicht nur bei den Neussern beliebt, es ist nicht nur über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, es ist längst eine Marke, die vom Bürger-Schützen-Verein 2009 offiziell eingetragen und somit unter Schutz gestellt wurde. Die Wertschätzung, die Neuss als Schützenstadt genießt, unterstreichen jetzt die Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS), die im August Neuss zur Schützenhauptstadt Europas machen. Bis zu 400 Gäste aus bis zu zwölf Ländern werden zur Herbsttagung erwartet, die am 16. August mit der Investitur in Neuss beginnt; tagsdarauf findet die eigentliche Arbeitstagung im Stürzelberger Schützenhaus statt.

Die Wurzeln der EGS reichen bis ins Jahr 1955 zurück. Heute bildet sie das Dach für eine Million Schützen, die in 2800 Bruderschaften und Vereinen in zwölf Ländern organisiert sind. Amtierender EGS-Präsident ist Charles-Louis Prinz von Merode, Generalsekretär ist Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Hoffmann ist in Personalunion auch Ordenskanzler der Ritterschaft vom Heiligen Sebastian in Europa, die 1985 von der EGS im belgischen Eupen gestiftet wurde und deren Großmeister Karl von Habsburg ist. In die Neusser Herbsttagung ist die Investiturfeier der Ritterschaft integriert. In einem festlichen ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche an der Breite Straße werden die neuen Ritter aufgenommen; darunter der Neusser Schützenpräsident Thomas Nickel.

Mit ihrem zwei zweitägigen Treffen würdigen die Europa-Schützen die Bedeutung der Stadt Neuss für das Schützenwesen. "Die Schützen sind das soziale Netzwerk der Stadt", sagt Horst Thoren, EGS-Justiziar aus Korschenbroich, "diese identitätsstiftende Kraft wollen wir unseren europäischen Schützenfreunden einmal zeigen." Diesem Ziel dient auch ein Besuch der Europa-Schützen im Rheinischen Schützenmuseum an der Oberstraße, wo sich die tiefe Verwurzelung des Schützenwesens in der (Neusser) Gesellschaft dokumentiert.

Ausrichter des Herbsttreffens ist der Bezirksverband Neuss im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, der in diesem Jahr gleich zwei Großveranstaltungen organisieren muss. Am vergangenen Wochenende kamen bereits mehr als 3500 Gäste zum Bundesköniginnen-Tag nach Stürzelberg, wo ein fröhliches Fest gefeiert wurde. "Was Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser und sein Stellvertreter Günter Fischer leisten, ist großartig", sagt Peter-Olaf Hoffmann, "da können wir nur dankbar sein." Auch die Vorbereitungen für das Treffen der Europa-Schützen sind bereits weit gediehen. Dabei nutzen auch die Stadt Neuss und der Rhein-Kreis Neuss die Chance, sich den Gästen aus vielen Ländern Europas zu präsentieren. So empfängt Bürgermeister Herbert Napp die Gäste und wird die höchsten Repräsentanten der EGS und der Ritterschaft bitten, sich ins Goldene Buch der Stadt Neuss einzutragen. Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gibt einen Empfang für die Europa-Schützen.

Auch die Neusser werden das Schützenerlebnis mit den Gästen teilen. Am Freitag, 16. August, werden die Europa-Schützen in Uniformen und Trachten mit musikalischer Begleitung vom Zeughaus zur Investiturfeier in die Christuskirche ziehen. "Die Neusser dürfen sich auf einen farbenfrohen Umzug freuen", verspricht Andreas Nickel aus Hoisten, der im Vorjahr im polnischen Tuchola in die Ritterschaft aufgenommen worden war: "Die Schützen aus Polen oder der Ukraine sind eindrucksvoll gekleidet."

(NGZ/ac/url)