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Neuss wird einer von fünf Austragungsorten der „Finals Rhein Ruhr 2020“ im Juni

Teil einer Mini-Olympiade : Neuss wird einer von fünf Austragungsorten der „Finals Rhein Ruhr 2020“

Bei den „Finals Rhein Ruhr“ ist Neuss eine von nur fünf Austragungsstädten und Gastgeber für die Meisterschaft der Fünfkämpfer.

Der Spitzensport kommt nach Neuss. Wenn am 6. und 7. Juni bei den „Finals Rhein-Ruhr“ 17 Verbände in 20 Sportarten ihre Deutschen Meister ermitteln, treten die Modernen Fünfkämpfer dazu in Neuss an. Deren Bundesverband hatte sich ganz kurzfristig für diesen Austragungsort entschieden und damit Neuss noch in den Kreis der Veranstaltungsorte gebracht, die Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag in der Staatskanzlei vorstellte. „Die Sanierung des Stadtbades und das Jahnstadions ermöglichen uns die Ausrichtung dieses hochklassigen Wettkampfes“, sagt der Neusser Sportdezernent Matthias Welpmann

Insgesamt werden an den beiden Wettkampftagen in Düsseldorf, Oberhausen, Duisburg und Aachen 138 Titel und Medaillen vergeben – aber keine einzige in Neuss. Denn nach den Fechtwettbewerben in der Halle des Jahnstadions, den Schwimmwettkämpfen im Stadtbad und der auf Gut Neuhaus (Grevenbroich) ausgetragenen Reit-Konkurrenz wechseln die Athleten für die kombinierten Abschlussdisziplinen „Laser-Run“ nach Aachen, wo auch die Siegerehrungen stattfinden. In Aachen garantieren das zeitgleich stattfindende Pferdesportfestival CHIO mit 40.000 Zuschauern nicht nur die größere Bühne, sondern ARD und ZDF auch massen-mediale Aufmerksamkeit. Das vor allem sprach dagegen, den gesamten Wettbewerb in Neuss abzuwickeln, erklärt Joachim Krupp vom Landesverband Moderner Fünfkampf. Der beschert dem Neusser Publikum ein Wiedersehen mit zwei Top-Athleten: Sowohl Janine Kohlmann (29) als auch Christian Zillekens (24), die heute für Potsdam starten, haben die Chance, sich in ihrer Heimatstadt für die Olympischen Spiele in Tokio sieben Wochen später zu qualifizieren.

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Die Idee, viele internationale Deutsche Meisterschaften zu einer Großveranstaltung zu verbinden, war 2019 erstmals erfolgreich in Berlin umgesetzt worden. Dass die zweiten „Finals“ an Rhein und Ruhr geholt werden konnten, hängt nach Laschets Darstellung auch mit Olympia zusammen. „Die Finals sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer möglichen Bewerbung für Olympia 2032“, sagte er. Und: Die Wettbewerbe würden belegen, so seine These, dass die Stadien für 2032 schon vorhanden sind – „und sie werden voll sein.“

In Neusser Funktionärskreisen wird diese Olympia-Euphorie bislang nicht voll geteilt. „Die Sportinfrastruktur in Neuss bietet nichts Olympiataugliches“, hatte Dietmar Dahmen (SPD) festgestellt, als im September im Sportausschuss ein CDU-Antrag dazu diskutiert wurde. Die Union hatte erreichen wollen, das der weiße Fleck, der Neuss auf der Planungsskizze der Olympiaorganisatoren noch war, beseitigt wird. „Jetzt gilt es, Bereitschaft zu signalisieren und auszuloten, was Neuss und der Rhein-Kreis zu einer Olympiade beisteuern können“, hatte Jörg Geerlings (CDU) damals argumentiert. Im Ergebnis war aber auch seine Fraktion damit zufrieden, eine Positionierung des Kreises, der für die Förderung des Spitzensportes zuständig ist, abwarten zu wollen. Seitdem liegt der Ball im Feld von Kreisdirektor Dirk Brügge, der vor kurzem zum stellvertretenden Vorsitzenden der Regionalgemeinschaft Olympiastützpunkt Rheinland gewählt wurde. Die Sportpolitik in Neuss hat das Thema seitdem nicht mehr beschäftigt.

Dass Neuss gut fährt, wenn der Rhein-Kreis bei einem sportlichen Großereignis koordinierend tätig wird, war im Sommer 2017 deutlich geworden, als die Stadt Durchfahrtsort bei der Tour de France werden konnte. Dass Neuss sportliche Großereignisse selbst meistern kann, hatte es fast unmittelbar im Anschluss bewiesen, als die Stadt Gastgeber der „Special Olympics NRW“ war. Bei diesem Wettbewerb konnten rund 1000 Athleten in zwölf Disziplinen ihre Kräfte messen. Das gab es seitdem nicht mehr.