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Neuss: Neuss wirbt um Schausteller

Neuss : Neuss wirbt um Schausteller

Neusser Schützen sind eine gesellschaftliche Macht, ihre 19 Volksfeste Besuchermagnete. Doch immer weniger Schausteller wollen einen Stellplatz. Aber "Kirmesarchitekt" Willi Schlabbers verspricht: "Wir bleiben attraktiv!"

Zum Abschied verspricht Willi Schlabbers (63) der Neusser Kirmes einen Superlativ: Mit dem 55 Meter hohen "Star-Flyer" aus München kommt "der größte mobile Kettenflieger" Ende August nach Neuss. Seit 33 Jahren ist der "Kirmesarchitekt" für das Angebot auf den 19 Neusser Rummelplätzen verantwortlich. Jetzt steht er vor seiner Abschiedssaison. Den Präsidenten der 19 Neusser Schützenvereinen versprach er bei ihrer Zusammenkunft am Donnerstagabend im Gesellschaftshaus der "Bürger" wieder "attraktive Fahrgeschäfte" für ihre Volksfeste. Keine Selbstverständlichkeit, denn die Zahl der Bewerbungen geht zurück: 750 Schausteller meldeten Interesse für die Neusser Jahrmärkte an; in Glanzzeiten waren es auch einmal 1200 und mehr.

Kirmes Neben dem Kettenflieger "Star-Flyer"kommt auch wieder eine Boxbude nach Neuss. Auf der Furth dreht sich nach dreijähriger Pause wieder das Riesenrad und für Erfttal ist ein Festwirt gefunden. Zeltbetreiber zeigten wenig Interesse an dem kleinen Schützenfest. Willi Schlabbers gewann Helmut Bußmann aus Schwerte, der eine Woche nach Pfingsten seinen 300 Quadratmeter großen "Alpen-Gasthof"in Erfttal aufbauen wird, mit dem er seit Jahren auf der Furth ein Publikumsmagnet ist.

Schützenwesen Den Ruf von Neuss als Schützenstadt begründet nicht nur das innerstädtische Fest. Neben dem dann gastgebenden Bürger-Schützen-Verein sind weitere 18 Vereine, Bruderschaften und Kirmesgesellschaften aktiv – von A wie Allerheiligen bis W wie Weckhoven. Experten schätzen, dass bei den 19 Schützenfesten, die alljährlich im Stadtgebiet gefeiert werden, rund 15 000 Schützen und 5000 Musiker marschieren. Zum Vergleich: Die politischen Parteien bringen es auf knapp 2500 Mitglieder – 1600 Christdemokraten gibt's im Stadtgebiet, 600 Mitglieder hat die SPD, jeweils 100 sind es bei der FDP und Bündnis 90 / Die Grünen.

Zuschuss Der städtische Zuschuss (72 000 Euro) wird nicht mehr über den Kulturetat abgerechnet, sondern gehört nun zum Budget des Bürgermeisters. Begründung: Bei den städtischen Mitteln handele es sich nicht um Zuschüsse im Sinne einer Wohltat, sondern um eine rentierliche Investition.

Sicherheit Nach der Love-Parade-Tragödie in Duisburg hatte es erhebliche Verunsichrung bei der Genehmigung von Großeranstaltungen gegeben. So auch in Neuss. Um das Schützfest auf der Festwiese zu sichern, war ein 5000 Euro teures Gutachten erforderlich. Das ist nur bei Veranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern erforderlich. Auch für Neuss werden im laufenden Jahr keine Schwierigkeiten erwartet.

(NGZ)