Neuss will Stadtgutschein einführen

Innenstadt in Neuss soll gestärkt werden : Mit dem Stadtgutschein auf Kundenfang

Neuss Marketing und ZIN wollen spätestens zu Ostern 2019 starten. Geplant sind digitale und gedruckte Versionen.

Gutscheine sind ein beliebtes Geschenk. Der Haken: In der Regel ist deren Einlösung an ein bestimmtes Geschäft geknüpft. Das soll sich in Neuss mit der Einführung des Stadtgutscheins ändern. Geht es nach den Initiatoren der Aktion, der Zukunftsinitiative Neuss (ZIN) und Neuss Marketing, sollen Kunden bald die Möglichkeit haben, den Schein in einem Geschäft ihrer Wahl oder übers Internet zu kaufen, und der Beschenkte kann ihn dann einlösen, in allen Läden, die an dem System beteiligt sind.

„Ziel ist natürlich“, sagt ZIN-Vorsitzender Christoph Napp-Saarbourg, „die Kaufkraft in der Innenstadt zu binden und neue zu gewinnen.“ Er fährt fort: „Wir werden gezielt auf Unternehmen zugehen und ihnen den Vorschlag machen, Mitarbeitern solche Gutscheine zu Geburtstagen oder Jubiläen zu schenken. So können wir auch neue Kunden gewinnen“, ist er überzeugt, ebenso wie Jürgen Sturm, Geschäftsführer von Neuss Marketing.

Der Beirat Innenstadtstärkungsprogramm wird das Projekt mit einem einmaligen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro unterstützen. Der ist gedacht als Erstinvestition für Internetplattform, App, Hintergrundsystem, Datenimplementierung sowie den Druck von Blankogutscheinen und Infoflyern. Denn die neuen Stadtgutscheine wird es zwar auch in Papierform geben, aber ebenso in digitaler Form über Smartphone/Internet. Mit „appylio“ sei ein entsprechender Anbieter gefunden, der Internetauftritt, App und Abwicklungstools angeboten habe. „Wir haben noch keinen Vertrag unterschrieben“, sagt Sturm. „Denn es gibt noch einige Änderungen zu besprechen. Aber wir sind überzeugt, den richtigen Partner gefunden zu haben“, sagt Napp-Saarbourg. Er hofft, dass der Stadtgutschein spätestens Ostern 2019 in Umlauf ist, und dann der Kunde im „großen Warenhaus Innenstadt“ fündig wird.

Die Gutscheine können sowohl bei den Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern erworben werden als auch über Smartphone/Internet. Der Aufdruck eines QR-Codes sorgt für die entsprechende Identifizierung. So könnten Beträge von zehn bis 250 Euro aufgeladen werden. „Wir werden zunächst mit einigen Einzelhändlern in eine Testphase gehen, um etwaige Kinderkrankheiten auszumerzen“, sagt Jürgen Sturm. Dann werden diejenigen gesucht, die mitmachen wollen. Ziel sei es, so Sturm weiter, mindestens 100 sogenannte Akzeptanzstellen – mitmachende Geschäfte – davon zu überzeugen, dabei zu sein. „Der Stadtgutschein ist ein wichtiger Baustein im City-Marketing“, fügt er hinzu.

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen begrüßt solche Aktionen. So sei in Ratingen bereits seit vier Jahren die „Dumeklemmer-Card“ im Umlauf und das mit wachsendem Erfolg, wie Carina Peretzke, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes, mitteilt. Allerdings gibt es dort den Gutschein noch nicht in digitaler Form. „Das ist aber der nächste Schritt“, sagt Peretzke. In der Nachbarstadt Grevenbroich sieht das anders aus. Dort möchte der Stadtmarketing-Verein die „Feinkaufen-Card“ etablieren. Allerdings läuft das Vorhaben eher schleppend an. Denn 30 Akzeptanzstellen werden dort benötigt, damit es losgehen kann, bis jetzt haben in der Schlossstadt aber erst sieben Geschäftsleute zugesagt.