Neuss: Wildtierverbot im Zirkus bleibt vorerst vom Tisch

Beschluss in Neuss : Wildtierverbot im Zirkus bleibt vorerst vom Tisch

Ein Wildtierverbot für Zirkusbetriebe wird es in Neuss auf absehbare Zeit nicht geben. Das hat der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden in seiner Sitzung am Mittwoch in der Alten Schmiede noch einmal betont.

Mitglieder der Tierrechtsorganisation „Animals United“ hatten sich mit ihrem Anliegen, ein solches Verbot im Sinne der Gefahrenabwehr für Neuss zu erlassen, an den Ausschuss gewandt.

Vor dem Gremium betonte eine Vereinsvertreterin, alleine 2018 habe es 25 Ausbrüche und Unfälle mit Wildtieren in Deutschland gegeben. Unter anderem sei im rheinland-pfälzischen Neuwied ein Elefant aus einem Zirkus ausgebrochen und durch die Stadt spaziert. Ein weiterer „Animals United“-Vertreter warnte im Ausschuss davor, dass Raubkatzen ausbrechen könnten. „Da reicht schon eine kleine Unaufmerksamkeit“, sagte der Tierschützer. Aus diesem Grund solle die Stadt Neuss ihre Bürger durch ein Wildtierverbot vor solchen Gefahren schützen.

Der Ausschuss betonte zwar einhellig, dass der Tierschutz und die Gefahrenabwehr zentrale Anliegen seien. Es gibt jedoch formale Probleme. Ausschussvorsitzender Roland Sperling (Die Linke) wies darauf hin, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 29. März bereits ein Wildtierverbot wegen der juristischen Rahmenbedingungen und der aktuellen Gesetzeslage abgelehnt habe. Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden könne das Thema nur dann noch einmal auf die Tagesordnung für eine neue Entscheidung und politische Diskussion holen, wenn sich an der Gesetzeslage etwas geändert habe. „Wir sind hier die falsche politische Ebene“, stellte Sperling klar. „Es handelt sich um eine Angelegenheit auf Bundesebene.“

Das Gremium verständigte sich aber darauf, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu holen, sobald sich die rechtlichen Grundlagen ändern sollten. Dafür möchten sich die Tierschützer weiter einsetzen.

(abu)
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