Neuss: Wettbewerb der Kinderstiftung „Lesen bildet“ für ihr Symbol Eule

Kinderstiftung in Neuss : Eine Eule sucht ihren Namen

An dem Wettbewerb der Kinderstiftung „Lesen bildet“ nehmen nicht nur Kitas und Schulklassen teil.

Sie kann sprechen, ist grün, vielleicht ein bisschen vorlaut und findet, dass sie endlich einen Namen bekommen sollte. Als die kleine Eule der Grafikerin Susanne das erste Mal begegnete, war noch gar nicht so klar, wie es ausgehen würde mit ihr. Sie saß draußen auf einem Ast und fror sich „fast den Popo ab“, wie sie sagte, hatte aber überhaupt keinen Zweifel, dass nur sie das Maskottchen der neuen Kinderstiftung „Lesen bildet“ werden würde. Kaiserpinguin Kai-Pi oder Biber Bob seien doch wohl keine wirklichen Alternativen, meinte sie vorwurfsvoll, schließlich sei sie als Eule seit 2500 Jahren ein „Symbol für Weisheit, Lesen, Bildung und Schutz“. Stimmt wohl, und so wurde die kleine grüne Eule das Symbol für die von Heinz Mölder vor fünf Jahren gegründete Stiftung „Lesen bildet“.

Will einen Namen haben: die Eule der Kinderstiftung „Lesen bildet“. Foto: Kinderstiftung

Doch da ist immer noch die Sache mit den Namen. Den braucht auch eine Eule, und so kam das Team um Mölder auf die Idee, jene zu fragen, um die es ihnen in erster Linie geht: Kinder. Zusammen mit dem Grafiker Jan Hillen hat die Stiftung ein Mitmach-Buch herausgegeben, das mit einer Frage endet: „Wie könnte die Eule wohl heißen?“

Rund 2000 Exemplare des Buches hat die Stiftung an Schulen und Kindergärten bereits verteilt: „Die erste Auflage ist vergriffen, und wir denken darüber nach, ob wir eine zweite finanzieren“, sagt Heinz Mölder. Die Resonanz auf dieses Buchangebot für Kitas und Grundschulen hat ihn doch ein wenig überrascht, und so ist er auch froh, dass es immer noch Einzelexemplare an ausgewählten Stellen im Rhein-Kreis gibt, die jedes Kind sich holen kann, nennt als Beispiele die Stadtbibliothek Neuss, das Bücherhaus am Münster und die Gutenberg-Buchhandlung.

Bis 30. Juni wollen er und sein Team Vorschläge für den Eulen-Namen sammeln. Für das Eulenmädchen, um genau zu sein, denn das die Lese-Eule weiblich sei, sei keine Frage, sagt er schmunzelnd. Allerdings müsse nicht Heike, Elsa oder ähnliches herauskommen: „Wir freuen uns auch über Phantasienamen!“ Nur eine kleine Geschichte sollten sich die Kinder zu dem Namen, den sie vorschlagen, schon ausdenken.

Dass seine Stiftung einmal so erfolgreich sein würde, scheint Mölder auch nach fünf Jahren noch immer ein wenig zu erstaunen. „Als wir die erste Ausgabe unserer Stiftungs-News verschickten“, sagt er, „waren es noch 120 Adressaten. Jetzt haben wir 600.“ Genau 88.200 Euro hat die Stiftung bislang eingenommen, davon 135 Maßnahmen finanziert, Lese-Mentoren ausgebildet (201 allein für Mentor Düsseldorf), Bücherpakete ausgegeben, Schulklassen auch die Kruschel-Post unserer Zeitung finanziert oder Neuauflagen etwa für „Das kleine Handbuch für Mentoren“ finanziert. Alles dient dabei nur einem Zweck: Kinder und Bücher zusammenzubringen, den jungen Lesern Welten zu eröffnen, die sie sonst nie kennenlernen würden.

Info www.kinderstiftung-lesen-bildet.de