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Neuss: Neuss-West wird nachgebessert

Neuss : Neuss-West wird nachgebessert

Weil im Autobahndreieck Neuss-West Staus noch immer an der Tagesordnung sind, müssen die Baukolonnen noch einmal ran. Sie gestalten die Zufahrt von der A 46 neu und erweitern die Strecke bis zur Ausfahrt Norf um eine Spur.

Es funktioniert nicht. Das Autobahndreieck Neuss-West bleibt eine Schwachstelle in der Ausbauplanung für die A 57, denn noch immer staut sich vor allem morgens der Verkehr, der sich von der A 46 in Fahrtrichtung Köln auf die A 57 einfädeln will. Um endgültig das Versprechen einzulösen, Neuss aus den Verkehrsnachrichten zu verbannen, soll noch einmal nachgebessert werden. Aber nachdem der Landesbetrieb Straßen NRW bei einem ersten Reparaturversuch im August 2008 noch mit etwas Farbe für Markierungen ausgekommen war, wird es jetzt teuer. Richtig teuer. 20 Millionen Euro, schätzt Jochen van Bebber, der Leiter der Projektgruppe Bundesautobahnen in der Niederlassung Krefeld.

Der Kummer begann schon am Tag der Wiedereröffnung des neu gestalteten Anschlusses Neuss-West im Frühjahr 2007. Weil sich die zwei Abbiegespuren von der A 46 in einer langgezogenen Rechtskurve kurz vor der Einmündung in die A 57 auf eine Spur verengten, hatten die Planer ein Nadelöhr geschaffen, das gerade im Berufsverkehr regelmäßig verstopfte. Eine nicht erwartete Stausituation", sagt van Bebber auch heute noch.

Im Jahr darauf wurde deshalb ein Bypass gelegt. Ohne die baulichen Grenzen der Autobahn zu erweitern, bekam die A 46-Abfahrt im August 2008 eine zweite Spur – zu Lasten der A 57, die seitdem an dieser Anschlussstelle nur noch zweispurig geführt wird. Eine preiswerte Lösung – ohne den erhofften Erfolg, wie van Bebber zugibt.

Die neue Lösung sieht nun so aus: Die A 57 bekommt zwischen dem Kreuz West und der Abfahrt Hafen in Fahrtrichtung Köln eine Spur zusätzlich, wird also dreispurig an der Anschlussstelle vorbeigeführt. Zwei zwei echte Abbiegespuren von der A 46 machen die Strecke fünfspurig. Die äußerst rechte Spur ist einige hundert Meter weiter die Abbiegespur in die Anschlussstelle Reuschenberg, doch wird die Strecke schon kurz hinter der Brücke Bergheimer Straße wieder fünfspurig – durch die Zufahrt Reuschenberg.

In der Anschlusstelle Hafen bleibt die Hauptstrecke Richtung Süden dreispurig, während die beiden rechten Spuren als Zufahrt zur B 1 (Düsseldorf) neu gestaltet werden.

Die Zufahrt von der B 1 in Richtung Köln macht die Autobahn ab dem Anschluss Hafen wieder vierspurig – und das bleibt sie bis zur Abfahrt Norf. Erst von dort aus wird die Strecke dreispurig geführt.

Die neuerliche Baustelle auf einer eigentlich gerade erst fertig gestellten Strecke hat einen Vor- und einen Nachteil, sagt van Bebber. Vorteil: Der Lärmschutz wird deutlich verbessert. Dazu gehören Lärmschutzwände, aber auch der Einbau von so genanntem Flüsterasphalt. Nachteil: Um im Kreuz Neuss-West keine neuen Gefahrensituationen zu schaffen, wird die Zufahrt von der Jülicher Landstraße auf die A 57 Richtung Köln gekappt.

(NGZ)