Neuss: Werke von Josef Neuhaus im Feld-Haus auf der Raketenstation

Ausstellung im Feld-Haus Neuss : Josef Neuhaus und die Kunst der Geometrie

„Die Form wahren. Skulpturen von Josef Neuhaus“ ist die erste Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Feld-Haus. Mit den Werken von Josef Neuhaus könnte der Auftakt kaum passender sein.

Mit dem Tod der Ehefrau (Annemarie) von Josef Neuhaus 2017 ist die Stadt Neuss an einen Nachlass gekommen, der Kunsthistoriker vor große Herausforderungen stellt. Auf rund 500 Werke schätzt Romina Friedemann vom Clemens-Sels-Museum die Sammlung mit Arbeiten des Künstlers, der in der Stadt gut sichtbar allein durch seinen „Würfel“ am Museum und die „Schleife“ an der Hammer Landstraße ist. Allerdings haben viele über die Jahre so gelitten, dass sie kaum präsentabel sind. Denn Josef Neuhaus hat nicht nur Skulpturen für den Außenraum geschaffen (sechs stehen auf Neusser Stadtgebiet), sondern auch für den Innenraum. 19 hat Friedemann ausgesucht, die im Feld-Haus, der Dependance des Clemens-Sels-Museum, auch eine neue Ära einläuten.

Denn einmal pro Jahr wird dort eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst zu sehen sein. Und mit den Werken von Josef Neuhaus könnte der Auftakt kaum passender sein. Nicht nur, weil die Schau eine Ehrung zum 20. Todestag des Künstlers ist. Oder weil das Feld-Haus in diesen Tagen vor neun Jahren eröffnet wurde. Die allesamt in Weiß gehaltenen Exponate, von denen einige schon im Rathaus oder auf dem Flur des Gesundheitsmanagement ausgestellt waren, nehmen nämlich auf geradezu kongeniale Weise das Thema des Baumeisters Per Kirkeby auf, der für die Raketenstation auch mit dem Feld-Haus in streng geometrischer Form eine begehbare Skulptur geschaffen hat.

Ob es die Spalten in den Wänden sind, die gerade Linien, die eckigen Oberlichter, die nachträglich in den Beton der Innenwände angebrachten Schlitze (statt der üblichen Galerieschienen) – alles findet sich auch in der Kunst von Josef Neuhaus wieder. Leere, Masse, Raum, Volumen, Licht und Schatten machte Neuhaus auf eine Weise so präzise sichtbar, dass seine Kunst auch 30 Jahre nach Entstehung sehr modern wirkt.

Allerdings hat auch er wie so viele andere ganz anders angefangen. Davon zeugt eine kleine Bildcollage, die Friedemann auf einer Tafel zusammengestellt hat, um die Entwicklung des 1923 geborenen Künstlers von der figurativen Bildhauerei über die Abstraktion hin zur Geometrie deutlich zu machen. „25 Kartons mit Fotos hat sie dafür gesichtet“, erzählt Husmeier-Schirlitz anerkennend. Wobei nach den Worten Friedemanns die Einordnung der Aufnahmen nicht weniger beschwerlich als die der Kunstwerke gewesen sein dürfte. Nur mit Hilfe der Maße habe sie Werke identifizieren können, sagt die Kuratorin, es gab keine Titel, vielen fehlt die Signatur und die Datierung. Gleichwohl hat sie eigenständige Kunstwerke ausgesucht, vor allen Dingen solche, die in einem guten Zustand sind. Immerhin zwei davon hat das Museum mit Unterstützung des Kulturamtes auch restaurieren lassen. Das wäre auch bei vielen anderen nötig, denn Holz und die matte Farbe Weiß, die in der von Neuhaus bevorzugten Grundierung eine großporige Oberfläche aufweist, sind anfällig für Schmutz und Beschädigung.

Zwei der Exponate sind zudem  nur Modelle: für die „Schleife“ und den „Würfel“. Deren Namen, so sagt Friedemann, stammen nicht etwa von Neuhaus selbst, sondern haben sich im Sprachgebrauch von Neuss so eingebürgert. Das Modell der „Schleife“ ist zudem das einzige, das nicht aus der städtischen Kunstsammlung, sondern aus Privatbesitz stammt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Skulpturen von Josef Neuhaus