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Neuss: Werhahn-Gruppe schließt 2017 an Rekordjahre an

Geschäftsbericht 2017 : Werhahn KG schließt an Rekordjahre an

Das Neusser Familienunternehmen legt seinen Geschäftsbericht für 2017 vor. Der Konzernüberschuss liegt mit 112 Millionen Euro über dem Vorjahresergebnis. Die Finanzdienstleister der Werhahn-Gruppe, abcfinance und Bank 11, steuern stolze 8,6 Prozent Zuwachs zum Gesamt-Umsatzplus (2 Prozent) des Mischkonzerns bei.

Die Erfolgskurve der Neusser Werhahn-Gruppe macht eine Seitwärtsbewegung, die allerdings nach den - O-Ton Finanzvorstand Kathrin Dahnke (57) - „besonders erfolgreichen Vorjahren“ mit Rekord- (2015) und zweitbestem Ergebnis (2016) der Firmengeschichte auf einem sehr hohen Niveau erfolgt. Der Umsatz stieg 2017 um 2 Prozent und betrug konsolidiert 3,4 Milliarden Euro, davon erwirtschaftete der Mischkonzern eine Milliarde Euro im Ausland. Die Bilanzsumme stieg auf 7,4 Milliarden Euro, das Eigenkapital kletterte auf 1,9 Milliarden Euro. Der Konzernjahresüberschuss lag mit rund 112 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr (105). Das geht aus dem Geschäftsbericht 2017 hervor, den die Werhahn KG gestern öffentlich machte.

Mit dem Ergebnis zeigte sich Paolo Dell’Antonio (55), der neue Sprecher des Werhahn-Vorstandes, „zufrieden“. Der Konzern sei in der Ausrichtung auf Kurs und liege beim Wachstum der Unternehmensbereiche nach wie vor im strategischen Plan. Werhahn strebt bis 2020 an, seine drei Geschäftsbereiche Baustoffe (Basalt), Konsumgüter (Zwilling) und Finanzdienstleistungen (abcfinance, Bank 11) in drei (fast) gleichstarke Sektoren zu entwickeln.

 Auf diesem Weg sieht Dell’Antonio die Werhahn KG, eins der größten deutschen Familienunternehmen, im „Spannungsfeld von Solidität und Dynamik“. Das Prädikat „Dynamik“ verdienst sich aktuell der Finanzdienstleistungsbereich. Wenn das operative Ergebnis 2017 nahezu das Vorjahresergebnis erreichte, so hat dieser Bereich daran mit 8,6 Prozent Zuwachs einen erheblichen Anteil. Der Werhahn-Bilanz kamen aber auch die Erträge aus dem Verkauf der letzten verbliebenen Mehlaktivitäten und die Ausschüttungen aus einer Beteiligungsgesellschaft zugute.

Das Geschäft mit den Baustoffen strahlt hingegen „Solidität“ aus. Während die Naturstein-Sparte bei stabilen Mengen aufgrund des gestiegenen Bitumenpreises ein Umsatzplus von vier Prozent erzielte, verfehlte der Schiefer-Sektor mit 68 Millionen Euro das Vorjahresergebnis (71) knapp. Dabei sieht das Vorstandsduo Dell’Antonio und Dahnke den Straßenbau als guten Markt an. An Neubau-Planungen und Sanierungsbedarf fehle es bundesweit nicht. Auch stünden auf Bundesebene Mittel bereit. „Die Frage ist“, so Dahnke, „wie schnell die Mittel abgerufen werden können.“ Und da fehle es bei den öffentlichen Auftraggebern oftmals an Personal. „An uns liegt es nicht“, sagt Dahnke.

Der Konsumgüter-Bereich verlor hingegen Umsatz. 809 Millionen Euro statt 849 Millionen im Vorjahr. Als Gründe führt der Konzern „geplant weniger Sondergeschäfte und negative Währungseffekte“ an.

Gute Zahlen liefert das Start-up Yareto, das sein erstes volles Geschäftsjahr absolvierte. Beim bislang einzigen deutschen Autokredit-Vergleichsportal für den Handel hatten sich mehr als 5500 Händler registrieren lassen. Zudem konnten Kreditanfragen in Höhe von fast 480 Millionen Euro generiert werden.

Gestern legte den Werhahn-Geschäftsbericht ein Vorstand vor, dem erstmals in der 177 Jahre langen Firmengeschichte kein Familienmitglied angehört. Im Mai schied Anton Werhahn (59) aus dem Vorstand aus, wechselte auf den Vorsitz im Verwaltungsrat. Zu seinem Nachfolger als Vorstandssprecher wurde der frühere Jägermeister-Manager Paolo Dell’Antonio berufen, der nun gemeinsam mit Kathrin Dahnke (Finanzen) den zweiköpfigen Holding-Vorstand bildet. Ein drittes Mitglied wird gesucht.

(lue-)