Neuss: Weltreisender David Münch erreicht Südkorea und Japan

David Münch aus Neuss : Fahrrad-Weltreisender sieht den Sonnenaufgang in Korea

Seit einem Jahr ist der Neusser David Münch mit dem Fahrrad auf Weltreise. Nun kam er über Südkorea nach Japan.

Die Bilanz könnte euphorischer nicht ausfallen. „Es war noch schöner, als ich es mir erträumt habe. So viele Abenteuer, die ich erlebt, Menschen, die ich kennengelernt, und tolle Gastfreundlichkeit, die ich erfahren habe“, sagt David Münch. Vor fast genau einem Jahr startete der 34-Jährige in Neuss das bislang größte Abenteuer seines Lebens: eine Weltreise mit dem Fahrrad. Seitdem hält David regelmäßig die NGZ-Leser über seine beeindruckenden Erlebnisse auf dem Laufenden. Sein letzter Bericht endete in China, als David seine Reise nach Südkorea plante. So ging es danach weiter:

In Südkorea angekommen trifft sich David zunächst mit Aline aus Frankreich. „Wir sind beide in einer WhatsApp-Gruppe für Fahrradfahrer, die durch Asien reisen. Wir haben uns verabredet, gemeinsam durch das Land zu fahren“, sagt der Abenteurer. Das Duo wandert durch die Nationalparks, erfreut sich an den gepflegten südkoreanischen Radwegen und schläft in einer Tempelanlage, wo klassische buddhistische Mahlzeiten serviert werden. Einige Nächte verbringen sie aber auch an Stränden.

Obwohl beide durch Südkorea nach Japan weiterreisen, trennen sich ihre Wege, da Aline sich mit Freunden in Japan trifft und eine ganz andere Route fährt als David. Auf der Fähre ins japanische Fukuoka lernt David Sebastien und Gabrielle kennengelernt, die ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind. Nur zwei Tage später trifft er die sympathischen Kanadier wieder. Sie entschließen sich, gemeinsam auf dem Hof einer netten Farmer-Familie zu zelten, ehe sie das schwere Fahrradgepäck zurücklassen und zu einem Vulkan radeln. Auch einige Kilometer Fußweg müssen zurückgelegt werden, doch die Strapazen sollten sich auszahlen. Belohnt werden sie mit einem herrlichen Blick über die Vulkanlandschaft und einen blauen Kratersee.

Auch wenn es ums japanische Essen geht, gerät der Neusser ins Schwärmen. Vor allem beim „Tsukemen“. Das ist ein Ramengericht, bei dem Nudeln und Soße separat serviert werden. Die Nudeln tunkt man dann in die Soße. Wenn noch etwas Soße zum Schluss übrig bleibt, bestellt man eine Portion Reis, die man dann hinzufügt, um alles auszulöffeln. „Ich habe noch Tage später davon geträumt, so lecker war das“, sagt David.

An einem Strand, der einen optimalen Blick auf den Sakurajima-Vulkan bietet, hört der 34-Jährige plötzlich ein lautes Krachen! Er sieht ein Glühen an der Spitze und eine riesige dunkle Wolke steigt empor. Lavasteine schießen in die Luft und in der gigantischen Wolke blitzt und donnert es – der Vulkan bricht aus! Als David sieht, dass der Wind sehr ungünstig steht und sich eine Aschewolke auf ihn zubewegt, ergreift er die Flucht. Er schafft es, in einigen Kilometer Entfernung sein Zelt aufzubauen, in dem er Schutz vor dem Ascheregen findet, der 30 Minuten anhält. „Kurz darauf lese ich, dass der letzte so starke Ausbruch vor dreieinhalb Jahren war. Wahnsinn, was ich da für ein Glück hatte. Wieder ein Ereignis, das ich nie vergessen werde“, sagt er.

Die nächsten Tage erkundet er den Rest des Südens und sieht viele Palmen, Bambusbäume, Kiwi- und Mandarinenplantagen. Überraschend: Im Verkehr fühlt er sich überall sicher: „So hatte ich mir Japan nicht vorgestellt.“

In Osaka wird es heimisch – denn dort entdeckt David einen deutschen Weihnachtsmarkt, wo er sich erstmal eine leckere Bratwurst gönnt. Schnell kommt er dort mit Leuten ins Gespräch, mit denen er am Abend ausgeht.

Kurz nach seiner Tour um den Mount Fuji folgt der nächste Meilenstein: David knackt die 20.000-Kilometer-Marke auf seiner Reise. „Die halbe Welt habe ich jetzt geschafft“, sagt er stolz.

Weihnachten verbringt der Neusser in Tokio bei einer Gastfamilie – sie backen Kuchen, spielen und machen am Abend traditionelle Tänze. Noch schöner wird es zum Jahreswechsel. Denn David bekommt Besuch aus der Heimat! Sie mieten ein Apartment, erkunden Tokio und feiern an der weltbekannten Shibuya-Kreuzung ins neue Jahr rein. Was für ein Abschluss eines spannenden Jahres! Doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht – denn es müssen noch viele weitere Orte erkundet werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: David Münch ist in Korea angekommen