Neuss: Weg frei für die Notruf-Bänke

Orientierungs-Hilfen in Neuss : Weg frei für die Notruf-Bänke

Die Orientierungshilfe für Rettungsdienste wird aber aufwendiger als gedacht.

Die Chancen stehen gut, dass Rettungskräfte in Neuss im Ernstfall noch schneller handeln können. Denn die Mitglieder stimmten jetzt für einen Antrag von CDU und Grünen, in der Quirinusstadt sogenannte Notfall-Bänke zu installieren. Vorhandene Sitzbänke werden dafür mit einem individuellen und gut sichtbaren Code ausgestattet – auch in Blindenschrift. Die jeweiligen Positionen sind bei der Rettungsleitstelle hinterlegt. So können anschließend bei einem Notruf gezielt Orte in den Grünanlagen an die Rettungsleitstelle durchgegeben und angefahren werden.

„Wir finden die Idee gut“, so Marc Vanderfuhr (SPD) über den Antrag von CDU und Grünen. Seine Fraktion regte allerdings an, nicht nur die Ortung von Bänken in Grünanlagen zu erleichtern, sondern zum Beispiel auch auf Feldern, wo keine Bänke stehen. Dort könnten zum Beispiel Schilder an Fahrrad-Knotenpunkten mit Codes – als Vorschlag wurde die Anfangs-Kennung „NE“ genannt – versehen werden.

Umweltdezernent Matthias Welpmann machte allerdings deutlich, dass die von CDU und Grünen veranschlagten Kosten von 1000 Euro für das Projekt (dazu wurden Erfahrungswerte aus anderen Städten eingeholt) nicht ausreichen würden. „Das Beispiel bezog sich auf die Stadt Xanten. Dort wurden 64 Bänke mit den Codes ausgestattet. In Neuss haben wir allerdings rund 2000 Bänke.“ Es sei womöglich sinnvoll, zunächst in einem Bereich zu starten – zum Beispiel in der Innenstadt – und das Projekt dann kontinuierlich auszuweiten. Zudem müssten die Bänke im Stadtgebiet zunächst einmal geografisch erfasst werden, was ebenfalls nicht von heute auf morgen funktioniere. Allerdings sagte Welpmann zu: „Wir nehmen uns der Sache an.“ Der Sinn des Projektes sei schließlich unstrittig.

Unterstützung für das Projekt gibt es unter anderem vom Verband der Feuerwehren im Rhein-Kreis Neuss im sozialen Netzwerk Facebook. Allerdings gelte es zu beachten, dass diese Nummerierungen aufgeschlüsselt und gepflegt werden müssen. Der Disponent in der Kreisleitstelle müsse bei einem Notfall nämlich zunächst die „Neusser Bankliste“ ziehen, was eine Herausforderung bei der Bearbeitung von Notrufen aus allen acht Kommunen im Kreis – mit dann gegebenenfalls unterschiedlichen Systemen der Nummerierung – darstelle. Aber es gelte grundsätzlich: „Jede Idee zur Verbesserung der Sicherheit der  Bürger im Rhein-Kreis Neuss ist willkommen und kann lebensrettend sein.“

(jasi)
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