Ehevorbereitungskursus in Neuss Innehalten vor dem Ja-Wort

Neuss · Im Familienforum Edith Stein findet sich auch ein Ehevorbereitungskursus im Programm. Vor einer kirchlichen Hochzeit wird die Teilnahme empfohlen. Doch worum geht es dabei?

 Katharina und Daniel Schiller bieten im Edith-Stein-Haus einen „Ehekurs“ an.

Katharina und Daniel Schiller bieten im Edith-Stein-Haus einen „Ehekurs“ an.

Foto: Stefan Büntig

Verpflichtend ist die Teilnahme nicht, doch wer kirchlich heiraten möchte, dem wird die Teilnahme an einem sogenannten Ehevorbereitungskursus empfohlen. Das Erzbistum Köln bietet in Zusammenarbeit mit der katholischen Bildungseinrichtung, dem Familienforum Edith Stein in Neuss, solche Seminare an. Seit kurzem leiten Katharina und Daniel Schiller jene Kurse. Beide unterrichten als Lehrer unter anderem Religion und wurden vom Edith-Stein-Haus für die Stelle angefragt. „Ich finde es schön, dass die Paare auch außerhalb der Institution Kirche die Gelegenheit bekommen, über sich und ihre Partnerschaft nachzudenken“, erzählt Katharina Schilling.

Angelegt sei das Seminar so, dass sich sowohl mit der Ehe im allgemeinen als auch mit dem Konzept der christlichen Ehe, als Sakrament, das sich das Paar gegenseitig spendet, befasst wird. Dabei geht es auch darum, dass sich die Partner zunächst mit sich selbst und dann mit der Beziehung auseinandersetzen. Das geschieht auch in praktischen Übungen: „Wir haben zum Beispiel gemeinsam ein Ehehaus mit den wichtigsten Bausteinen der Ehe gebaut“, sagt Katharina Schiller, die sich an einen schönen Seminarauftakt erinnert – auch wenn bislang nur ein Paar zu den Teilnehmern gehörte. Generell habe Schiller den Eindruck, dass es immer weniger kirchliche Hochzeiten gibt. Das deckt sich mit den jüngst veröffentlichten Zahlen: Demnach wünschten im vergangenen Jahr 201 Paare im Kreisdekanat eine kirchliche Trauung, im Vorjahr waren es noch 289.

Jil Bienioschek ist jene Teilnehmerin, die mit ihrem Verlobten bei dem Kursus mitgemacht hat. Die Neusser wollen sich im Oktober in der Heimatpfarre in Glehn trauen lassen. „Unser Pastor hat uns solch einen Kursus empfohlen“, erzählt Bienioscheck. Was genau sie da erwarten würde, wusste sie im Vorfeld nicht: „Ich habe mir schon Gedanken gemacht, weil mir der Zeitraum von 10 bis 17 Uhr sehr lang vorkam.“ Auch hatte sie bedenken, dass es zu kirchlich-konservativ wird. Tatsächlich hätte dann aber die Partnerschaft und das eigene Leben einen großen Teil des Seminars ausgemacht. „Es ging um unsere Zukunft, gemeinsam Erlebtes, unsere Traditionen und gemeinsame Werte“, erzählt Bienioscheck. Aber auch die Frage, was die Kirche für die Partnerschaft bedeute, sei besprochen worden. „Sehr hilfreich fand ich, dass im Anschluss der Ablauf der kirchlichen Trauung besprochen wurde“, sagt Bienioscheck. Stellen aus dem Evangelium und Liederhefte wurden durchgesehen. „Die Seminarzeit war angenehm“, sagt die Teilnehmerin. Besonders gut fand sie aber, dass sie durch den Kursus die Möglichkeit hatten, sich Zeit zu nehmen und sich bewusst zu werden, was ihnen selbst und ihnen gemeinsam wichtig ist: „Das macht man ja nicht jede Woche.“