Schützen in Neuss-Furth Winnis große Show – prächtiger Auftakt mit großem Fackelzug

Nordstadt · Das Schützenfest auf der Furth hat begonnen. Am Samstag begeisterte der Fackelzug mit 17 gemeldeten Großfackeln Tausende Zuschauer. Im Mittelpunkt steht Schützenkönig Winfried van Erdewyck. Alles zum Programm beim Heimatfest in der Nordstadt.

Neuss: Fotos von Fackelzug und Kirmes auf der Furth beim Schützenfest 2024
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Schützenfest auf der Furth – Fackelzug und Kirmes 2024

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Foto: Frank Kirschstein

Dass man sich in einem Frack gut angezogen fühlt, weiß Winfried van Erdewyck seit er 2009 zu den Further Vorreitern wechselte. Doch nie legte „Winni“, wie ihn Freunde nur nennen, das festliche Kleidungsstück mit den langen Rockschößen lieber parat als in diesem Jahr, in dem der 59-jährige Hauptmann über die Pfingsttage als Schützenkönig im Mittelpunkt des Further Schützenfestes steht. Für ihn, der aktuell auch zu den vier Goldjubilaren im Regiment gehört, wird das ein Fest voller Perspektivwechsel. Doch den größten hat seine Königin und Ehefrau Gitte schon vollzogen. „Sie wollte noch vor einem Jahr gar nicht“, sagt van Erdewyck, „und ist inzwischen mit vollem Herzen dabei.“

Als König trägt van Erdewyck natürlich nicht mehr die Regimentsstandarte hoch zu Ross allen Umzügen voran – sondern lässt tragen. Genauso wenig tritt er zum Kirmeshöhe- und Schlusspunkt am Dienstag in der Uniform des Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth an, um im Zuge des Krönungszeremoniells mit der Fanfare den Großen Zapfenstreich zu intonieren. Nein, er wechselt als Hauptakteur des Abends auf die Zuhörerseite. Ganz gespannt ist er aber auch auf den Kinderumzug der Kita St.-Josef am Freitagmittag um 12 Uhr. Denn den kenne er bislang nur vom Kirchturm aus, sagt van Erdewyck, wo um diese Uhrzeit die Fahne gehisst wird.

Winfried und Gitte van Erdewyck stehen an Pfingsten als Schützenkönigspaar der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft im Mittelpunkt der Further Kirmes. Seinen roten Rock als Musiker des  Bundesfanfarenkorps wird der König dann allerdings gegen den Frack tauschen.

Winfried und Gitte van Erdewyck stehen an Pfingsten als Schützenkönigspaar der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft im Mittelpunkt der Further Kirmes. Seinen roten Rock als Musiker des Bundesfanfarenkorps wird der König dann allerdings gegen den Frack tauschen.

Foto: Bruderschaft

Seit mehr als einer Woche haben Winni und Gitte van Erdewyck Urlaub, um sich auf „ihr“ Schützenfest einzustimmen. „Sonst schafft man das nicht“, sagt die Schützenmajestät, die am Montag festlegen musste, wer einen seiner 800 Königsorden bekommt. Schwer sei das, sagt van Erdewyck, dem bei dieser Aufgabe auch die vielen Freundschaftsanfragen, die er seit dem Vogelschießen Ende April über Facebook erhielt, nicht wirklich halfen.

Am Montagabend durfte der Vorreiter-Hauptmann (und Scheibenschütze und Fanfarenspieler und Ehrenspieß des BFK und Schützenkönig) diesen „Papierkram“ unterbrechen, denn die Sappeure hatten sich zum Bau der Residenz angekündigt. Die entsteht an der Saarbrückener Straße, dem Wohnhaus der Familie. Wimpelketten an dieser und der Marienburger Straße weisen den Residenzbauern schon den Weg, die bis Mittwochabend fertig sein sollen. Denn am Donnerstag geht es für die van Erdewycks mit den ersten Schützenfestterminen los: Morgens Kirmesrundgang mit dem Komitee, danach Besichtigung der schützenfestlich dekorierten Schaufenster im Stadtteil, später Besuch der Polizeiwache – und danach Besuch beim Löhnungsappell eines Korps in der Gaststätte Lebioda.

Richtig los geht es am Freitagabend mit dem Fassanstich durch den König und der Kirmeseröffnung. Das Schützenfest selbst beginnt am Samstag um 17 Uhr mit dem Böllern und dem Umzug der Tambourkorps, bevor – nach der dritten Generalversammlung mit Ordensvergabe – zum Fackelzug angetreten wird. 17 Großfackeln sind gemeldet, davon fünf von den Jägern und vier aus dem Hubertuskorps, das sich mit einer davon bei seinem Ehrenmajor Wilfried Moosbauer bedanken will. Der war vor gut drei Wochen mit einem Großen Zapfenstreich offiziell verabschiedet worden. Auch die Artillerie musste nicht lange nach einem Motto für ihre Fackel suchen. Sie wird 40 Jahre und feiert das Ende September mit einem Country-Fest im Kardinal-Bea-Haus.

Am Sonntag, 19. Mai, ehrt das Regiment – nach Gottesdienstbesuch und anschließendem Festakt im Zelt – seine Schützenmajestät um 12.30 Uhr mit einer Parade. Der Nachmittag sieht noch einen Festumzug vor, bevor im Zelt abends zum Tanz aufgespielt wird.

Herausragend am Pfingstmontag sind der Bürger-Frühschoppen (ab 10.30 Uhr), für den die Scheibenschützen eine Hutsammlung für den Sammlungszweck des Königspaares angekündigt haben. Das hat um Spenden für die „Aktion Schmetterling“ gebeten. Es folgen Nachmittagsumzug und Partynacht mit „Porno Al Forno“. Der Dienstag schließt mit einem Festumzug des Regiments (16 Uhr) und dem abendlichen Krönungsball die Kirmes ab.

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