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Neuss: Waltraud Beyen mit dem Rekeliser-Orden ausgezeichnet

Rekeliser-Orden in Neuss verliehen : Eine unterhaltsame Laudatio auf Waltraud Beyen

Neue Ritterin des Rekeliser ist die Norfer Politikerin (CDU) Waltraud Beyen (75). Nach der Ordensverleihung bewies die streitbare Politikerin – sie ist erst die sechste Dame in dem seit 1978 mit jetzt 47 Preisträgern ausgestatteten Ordenskapitel –, in ihrer Dankesrede, dass sie leidenschaftlich rekeln kann.

In humorvoller Reimform nahm sie städtische Honoratioren, von Kreisdechant Monsignore Guido Assmann bis Bürgermeister Reiner Breuer, aufs Korn. Zum Ende forderte sie mehr Unterstützung für das Sommer- wie Winterbrauchtum. Die einzelnen Abschnitte begleitete der „Blömcher“-Refrain „ob do Hohn bess oder Hahn“. Den perfekt begleitenden Gitarristen hatte sie gleich mitgebracht. Dafür gab es jubelnden Beifall.

Mehr als 100 Gäste konnte der Heimatfreunde-Vorsitzende Christoph Napp-Saarbourg im historischen Vogthaus zur Ordensverleihung begrüßen. „Das zeigt, dass es sich lohnt, eine lange Tradition zu bewahren. Dazu fühlen sich die Heimatfreunde verpflichtet.“

Bürgermeister Reiner Breuer freute sich in seinem Grußwort, „erstmals hier sprechen zu dürfen“, und gratulierte der Ratsfrau Waltraud Beyen im Namen von Rat und Verwaltung. Die Laudatio hielt Thomas Nickel, Ordensträger seit 2015: „Du wirst Ritterin, furchtlos, aber mit Adel!“ Bereits seit 1981 sind Jugend, Familie, Bildung, Integration und Umwelt Waltraud Beyens Themen, die sie vor allem in Norf-Derikum mit konkreten und erfolgreichen Angeboten ausgestattet hat. Solidarität vor allem mit Minderheiten ist für sie tägliche Leidenschaft.

Der Laudator würdigte ihr Engagement als Vorsitzende des Deutsch-Muslimischen Forums. Bei all dem „ist Waltraud eine echte Karnevalistin, ein Gefühlsmensch mit Herz, aber auch Verstand“. 1990/91 war sie die Novesia, „der Prinz damals stand eher neben ihr wie der englische Prinzgemahl“, sagt Nickel. Seine Laudatio garnierte er mit herrlichen, wahren und amüsanten Geschichten. Etwa, dass ein Swinger-Club in Derikum aufgab, nachdem Waltraud Beyen jeden einzelnen Gast vor der Tür persönlich begrüßte. Oder dass sie mit ihren exaltiert gestalteten Fingernägeln auch schon mal Spargelstangen aufspießt. Der Laudator schloss mit dem Wunsch „Bleib so, wie du bist!“

Dann nahm das Ordenskapitel zur Ehrung Aufstellung, die Ordensübergabe ging dadurch ein wenig im Herrengetümmel unter. Das Neusser Heimatlied beschloss eine festliche und sehr unterhaltsame Veranstaltung.

(nima)