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Neuss: Walter Bienefeld hat ein Faible für historische Holzkameras

Sammler aus Neuss : Walter Bienefeld hat ein Faible für Holzkameras

Walter Bienefeld ist ein Fan von alten Holzkameras. Dabei ist es ihm nicht wichtig, möglichst viele zu besitzen. Die Schönheit der Geräte hat es dem 74 Jahre alten Neusser angetan.

Das Sammeln gehört zu den am weiten verbreiteten Hobbys der Menschen. Ob Briefmarken, Münzen, Schallplatten oder Klebebildern der Fußballspieler, viele gehen einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Sammelleidenschaft nach. Oft sind es kleine Dinge, die gesammelt werden, um auf möglichst engem Raum möglichst viele verschiedene Gegenstände anzuhäufen. Walter Bienefeld ist da anders gestrickt. Dem 74-Jährigen haben es alte Holzkameras angetan. Die sind nicht gerade klein, aber trotzdem etwas besonderes. Und es geht dem Rentner auch nicht darum, möglichst viele zu besitzen. „Meine Sammlung ist komplett”, sagt er. „Es sind alles verschiedene Typen und Modelle. Wenn ich durch Zufall eine noch schönere sehe, tausche ich die gegen das gleiche Modell aus.”

Mit der Fotografie ist Bienefeld schon lange verbunden. Sein Vater hatte ein Fotogeschäft, seine Mutter arbeitete als Fotolaborantin. Nach einem Versuch als Industriekaufmann wandte er sich doch recht schnell der Fotobranche zu und machte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Foto Koch in Düsseldorf. Über eine Station in München landete er schließlich bei der Firma Pentax, wo der Neusser lange arbeitete.

Auch privat dreht sich vieles um Fotografie. Gemeinsam mit seiner Frau Helga ist er viel unterwegs, die Kamera natürlich immer dabei. Über 150 Fotoalben haben sie über die Jahre gefüllt, in ihrem Haus hängen zahlreiche Fotos nach Themengebieten sortiert. „Meine Frau hat da eindeutig den besseren Blick für ein gutes Motiv“, sagt Bienefeld.

Es erfüllt ihn mit Stolz, dass ein Teil seiner Leidenschaft auch in seinen beiden Töchtern weiterlebt. „Sie haben erkannt, dass sich die Kameras wunderbar als Dekoration eignen”, sagt er. Beide haben etwa fünf bei sich in der Wohnung stehen, in unregelmäßigen Abständen tauschen sie die Schmuckstücke aus.

Reich werden kann der Sammler mit seinen Kameras nicht. Sollte er sich dazu entschließen, sie irgendwann einmal zu verkaufen, müsste er sogar erhebliche Verluste einplanen. Von dem Geld, das er in der Vergangenheit einmal dafür gezahlt hat, würde er heute nur einen Bruchteil wieder bekommen. In einer weiteren Vitrine hat Bienefeld noch zwei ganz besondere Exemplare stehen: kleine Leicas mit einer Holzverkleidung. „Das sind Fälschungen aus Russland“, sagt der Experte. „Leica hat nie Kameras mit Holz produziert.“