Neuss: Viele Baustellen rund um St. Quirin

Freithof, Damenstiftsplatz und Stadtmauerweg in Neuss : Viele Baustellen rund um St. Quirin

Mit dem Damenstiftsplatz bekommt Neuss eine neue Adresse. Der Platz, der in den Plänen für den Hansetag 2022 schon eine Rolle spielt, sorgt für kurze Wege vom Hafen zum Freithof. Auch der braucht mehr als nur ein Make-Up.

Gut, dass der Hansetag erst 2022 in der Stadt Neuss zu Gast ist. Denn für dieses Großereignis plant Neuss-Marketing schon mit Plätzen, die es noch gar nicht gibt, oder die noch mehr als nur etwas Make-up benötigen. In die erste Kategorie gehört der Damenstiftsplatz, in die zweite der Freithof. Den nennt Jürgen Sturm, Geschäftsführer des Stadtmarketing, als Veranstaltungsort zwar ideal. Barrierefrei zum Beispiel ist er noch nicht.

Das soll eine Rampe sicherstellen, die – eine Geschichte für sich – im Dezember 2016 beschlossen, im Jahr 2017 baulich geplant, im Jahr 2018 von der CDU als besonders dringlich angemahnt aber auch 2019 nicht gebaut worden ist. Obwohl das so in Aussicht gestellt worden war. Jetzt steht dieses Bauwerk, das zwischen der bestehenden Treppenanlage und der Zentrale der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft gebaut werden soll, im Wirtschaftsplan des Tiefbaumanagements. Baubeginn soll in der zweiten Jahreshälfte sein, berichtet Nicole Bungert von der Pressestelle der Stadt.

Der Standort wurde gewählt, um den Platzeindruck nicht zu stören, hatte Planungsdezernent Christoph Hölters in einer der vielen Rampen-Debatten geäußert. Diesen Platzeindruck prägten wesentlich vier Lichtstelen mit, die auch deswegen auf großes Interesse stießen, weil nie alle vier Masten gleichzeitig senkrecht standen. Immer wieder wurden sie an- oder umgefahren, bis die Stadt sie jetzt einfach ganz entfernt hat. Ihre Standorte markieren heute Asphalt-Plomben im Pflaster. „Die Stelen kommen auch nicht wieder“, sagt Bungert. Aber es soll mit Fertigstellung der Rampe eine neue Beleuchtung installiert werden. Wie die aussehen wird, sei noch offen. Jürgen Sturm hofft, dass sie zu keiner weiteren Möblierung des Platzes führt. Jeder Aufbau würde „die Möglichkeiten auf dieser wichtigen Veranstaltungsfläche einschränken“, sagt er.

In Verlängerung des Freithofes bekommt die Umgebung von St. Quirin mit dem Damenstiftsplatz eine neue Adresse. Der Platz, schon in einem Rahmenplan für das ehemalige Münsterschulgelände aus dem Jahr 2009 vorgesehen, ist bereits eingezäunt. Baubeginn soll im Februar sein, kündigt Bungert an – wenn in den Neubauwohnungen nebenan die ersten Mieter einziehen. Sie haben das zweifelhafte Glück, bis März 2021 eine Baustelle vor der Haustür zu haben. Einmal fertig, kommt dem Platz eine Scharnierfunktion zu, denn vom Freithof entsteht eine neue Achse und ein kurzer Weg über die schon 2013 installierte Brücke am Hafenkopfgebäude zum Hafenbecken I. Zum Hansetag 2022 wird er für den „Rundkurs“ eine Rolle spielen, den Neuss-Marketing unter Einschluss von Markt und Hafen plant. Als „Achse“ könnte sie auch helfen, unterschiedliche Veranstaltungen am Hafenbecken und auf dem Freithof zu verbinden.

Wichtig wird der Damenstiftsplatz auch, weil der Stadtmauerweg am östlichen Innenstadtrand, der an Kehlturm und Romaneum ansetzt und derzeit an der Brücke über die Batteriestraße endet, bis zum Glockhammer verlängert wird. Dieser Abschnitt, der auch die neuen Stadthäuser auf der Ostseite des Münsterschulareals erschließt, hat inzwischen sogar eine eigene Adresse: „Auf dem Ufer“. Von dem führt nur ein Weg hinab – und zwar über eine nicht barrierefreie Treppe auf die Rampe zum Glockhammer.