Neuss: Verwaltungsfehler verzögert Baugebiet Kreuzfeld

Neubaugebiet in Uedesheim : Verwaltungsfehler verzögert Baugebiet Kreuzfeld

Die Stadt muss ein neues Anhörungsverfahren starten. Sie hat die Hoffnung, das bis April 2019 abschließen zu können.

Beim Erledigen der Wochenendeinkäufe oder beim Gemeindefest in der Friedenskirche gab es am Samstag nur ein Thema: das geplante Neubaugebiet Kreuzfeld. Denn die Stadt hat amtlich bekannt gemacht, dass die Unterlagen für den Bebauungsplan noch einmal öffentlich ausgelegt werden müssen. Aus formalen Gründen.

Den CDU-Stadtverordneten Stefan Crefeld macht das sprachlos. „Wir hatten auf einen Satzungsbeschluss, der Baurecht schafft, noch in diesem Jahr gehofft“, sagt Crefeld, der von einer Verzögerung des Vorhabens um bis zu neun Monate spricht und sich ärgert. „Wir wurden schlecht informiert.“ Das, so kündigte der Vorsitzende des Bezirksausschusses an, werde der Bürgermeister auch zu hören bekommen, wenn er sich am 29. November bei der traditionellen Bürgerversammlung den Fragen stellt.

Das Neubaugebiet zwischen Bezirkssportanlage und Macherscheider Straße ist ein politischer Dauerbrenner. Vor sechs Jahren war der Beschluss gefasst worden, einen Bebauungsplan für die 8,4 Hektar große Fläche zu schaffen, auf der bis zu 200 Wohneinheiten und eine Kindertagesstätte errichtet werden sollen. Vor genau einem Jahr hieß es, die vorletzte Hürde sei genommen. Da lief bereits ein Bodenordnungsverfahren, um die Interessen von 90 Grundbesitzern auszugleichen. Und jetzt verzögert sich alles?

Peter Fischer, Pressesprecher der Stadt, hofft das nicht. Er hält – ein ideales Verfahren vorausgesetzt – einen Satzungsbeschluss durch den Rat in der Sitzung am 14. Dezember noch für möglich. Allerdings müsse der Bebauungsplan der Bezirksregierung noch zur Genehmigung vorgelegt werde. Weil diese sonst nicht übliche „Schleife“ etwa drei Monate in Anspruch nimmt, könnte der Plan im April rechtskräftig werden, sagt er. Hintergrund der erneuten Auslegung vom 9. Oktober bis 9. November sei eine neuere Rechtsprechung zum Thema externer Ausgleichsmaßnahmen. Diese Kompensationen für den Eingriff in die Natur, den das Neubaugebiet darstellt, möchte die Stadt in Verlängerung des Himmelsberges vorsehen, hatte das aber bei der ersten Auslegung nicht ausreichend kenntlich gemacht. Bürger, die sich im ersten Anhörungsverfahren gemeldet haben, würden schriftlich informiert, ihre Stellungnahme würde auch im neuen Verfahren natürlich berücksichtigt.

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