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Neuss: Vater Daniel Hübler und Sohn Paul lernen gemeinsam Schlagzeug

Gemeinsam Schlagzeug lernen in Neuss : Ein schlagfertiges Vater-Sohn-Duo

Eigentlich wollte Daniel Hübler seinen Sohn Paul nur zum Schlagzeug-Unterricht bringen. Am Ende sollte er selbst die Drumsticks in die Hand nehmen. Wie kam es dazu?

Mit Schlagzeugvideos auf YouTube fing es an: Der zwölfjährige Paul Hübler aus Holzheim hatte schon früh ein Faible für die verschiedenen Schlaginstrumente und bereits in der Grundschule Schlagzeug-Unterricht genommen. Schnell war den Eltern klar, dass dort eine echte Leidenschaft zugrunde liegt: „Wir haben schon zwei Wochen nach der ersten Unterrichtsstunde ein gut erhaltenes gebrauchtes Schlagzeug angeschafft – kein Kinderinstrument, sondern ein normales, mit dem Paul alles üben kann“, erzählt Vater Daniel, der als selbständiger Fotograf arbeitet. Einmal in der Woche brachte der Vater den Sohn zur Musikakademie an der Moselstraße, wo der Einzelunterricht stattfand. Eine Einheit dauerte 30 Minuten, zu kurz also, um nach Hause zu fahren oder Erledigungen zu machen. Beim Warten in den Räumlichkeiten lernte Daniel Schlagzeuglehrer Vince kennen. Man kam ins Gespräch und kurz darauf entschied Daniel Vinces Freistunde während Pauls Unterricht bei einem anderen Kollegen zu nutzen, um selber einmal Schlagzeug auszuprobieren – drei Jahre ist das nun her und Daniel ist genauso begeistert von diesem Instrument.

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Inzwischen bekommen Vater und Sohn Einzelunterricht bei Dennis Degen in Norf. „Dennis unterrichtet nicht streng nach Noten, sondern zur Musik. Er sucht ein Lied aus anhand dessen wir lernen, was gebraucht wird“, erklärt Paul das Konzept, das zugleich motiviert und schnelle Erfolgserlebnisse garantiert. Beim diesjährigen Schülerkonzert des Lehrers, das coronabedingt als YouTube-Veranstaltung konzipiert war, spielten Vater und Sohn das erste gemeinsame Stück: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen. Daniel am Schlagzeug des Lehrers, Paul am Schülerinstrument. „Das Lernen ist sehr dynamisch und ich bekomme eine ganze andere Verbindung zur Musik“ sagt Daniel begeistert, der seit Jahren auch als Discjockey tätig ist, über Dennis’ Lehrmethode.

Mit dem rechten Fuß wird die Base, die große Basstrommel, bedient, der linke Fuß öffnet die sogenannte Hi-Hat, die aber vor allem mit der Hand zu bespielen ist. Beide Hände, die meist überkreuz im Einsatz sind, spielen auf der Snare, den TomToms oder dem Crashbecken, um nur einige der verschiedenen Schlaginstrumente eines Drumsets zu nennen. Koordination und Taktgefühl gehören unbedingt dazu. Und: Man kann sich so richtig schön abreagieren. „Wenn ich mal Stress in der Schule habe, gehe ich in den Keller und haue fest auf mein Schlagzeug. Danach geht es mir schon gleich besser“, erzählt der Schüler der Gesamtschule Norf.

Was Vater und Sohn an ihrem musikalischen Hobby und der Art des Unterrichts lieben? „Das Geräusch, das beim Üben entsteht, hört sich sofort gut an und das Lied, das wir nachspielen, ist nicht direkt verändert, wenn wir uns mal vertun oder mit einem Zwischenschlag improvisieren.“ Beide sind inzwischen im Fortgeschrittenen-Modus angekommen und Daniel versucht sich manchmal auch an Jazzstücken. Für Paul steht als nächstes Übungslied „The Look“ von Roxette auf dem Programm, um sechzehntel Rhythmen auf der Hi-Hat zu üben. „Viele alte Klassiker hört man mit anderen Ohren, so können wir Musik immer wieder neu erleben“, ist das Fazit von Daniel, der sich freut, wenn sich sein Sohn für jegliche Musik begeistern kann.