Neuss hilft Initiative erleichtert Ukrainern Einstieg in den Arbeitsmarkt

Neuss · Die Deutsch-Ukrainische Initiative „Learning by Doing“ ermöglicht geflüchteten Menschen einen besseren Zugang in den deutschen Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft. In Neuss ist das Modell unter anderem in einer Zahnarztpraxis erfolgreich.

 Christoph Hassink begrüßte in seiner Zahnarztpraxis Vertreterinnen des Projektes "Learning by Doing" und ukrainische Flüchtlingsfrauen, die sich für eine Ausbildung interessieren.

Christoph Hassink begrüßte in seiner Zahnarztpraxis Vertreterinnen des Projektes "Learning by Doing" und ukrainische Flüchtlingsfrauen, die sich für eine Ausbildung interessieren.

Foto: Neuss hilft

Die Deutsch-Ukrainische Initiative „Learning by Doing“ unterstützt die Integration geflüchteter Menschen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft und geht neue Wege, um Ukrainer und andere Geflüchtete möglichst schnell in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Olha Gibert, Olena Komarova und Petra Lennertz haben die Initiative ins Leben gerufen: „Learning by Doing gilt sowohl für Arbeitssuchende als auch Arbeitgeber und -vermittler,“ erklärt Petra Lennertz vom Verein „Neuss Hilft“ den Ansatz, der auch Mut zur Lücke, sowie pragmatisches Vorgehen, Ausprobieren und Lernen aller Beteiligten erfordert.

Eine berufliche Türe öffnete sich nun in der Zahnarztpraxis von Christoph Hassink in der Neusser Innenstadt. Fünf Ukrainerinnen nutzten die Gelegenheit, sich über die Möglichkeiten des Jobeinstiegs in einer Zahnarztpraxis zu informieren. Großes Interesse galt vorrangig der Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten. Neben dem Praxisinhaber informierten auch zwei Vertreter der Zahnärztekammer Nordrhein über die Anforderungen und Perspektiven in diesem Beruf und konnten Fragen zur Anerkennung der ausländischen Berufs- oder Bildungsabschlüsse beantworten. Wichtig sei es, konkret die nächsten Schritte zu besprechen.

„Das war wieder ein unglaublich informatives und konstruktives Treffen mit Aussicht auf Praktika, Ausbildungsplätze und Jobs,“ freut sich Olha Gibert am Ende des Nachmittags. Die Vorbereitung der Termine liegt in den Händen der drei Damen, die nicht nur planen und organisieren, sondern vor allem die passenden Teilnehmer auswählen und dafür sorgen, dass Lebensläufe und Unterlagen parat sind – „eben alles, was man braucht, wenn man sich bewerben möchte,“ wie Petra Lennertz zusammenfasst.

Die Arbeitsplatzerkundung hat bereits mehrfach stattgefunden. „Bisher sind wir allerdings etwas medizinlastig und freuen uns, wenn sich auch Unternehmen aus anderen Branchen bei uns melden, denn unsere Ukrainer sind beruflich breit aufgestellt. So gibt es zum Beispiel viele Finanzbuchhalterinnen oder Menschen aus der Logistik,“ zählt Olena Komarova auf. Christoph Hassink ist begeistert: „Die Damen sind hochmotiviert und gut ausgebildet. Ich freue mich, dass ich mich ihnen als potenzieller Arbeitgeber vorstellen konnte.“

Zwei Frauen haben bereits einen Termin zum Probearbeiten in seiner Praxis absolviert, eine weitere kommt nächste Woche für ein Praktikum. Mindestens eine bekommt bei ihm einen Ausbildungsplatz. „Wir versuchen, sie noch ins laufende Ausbildungsjahr aufzunehmen,“ so der Zahnarzt, der sich auch auf die Unterstützung der Zahnärztekammer verlassen kann. Für andere Interessenten versucht er, die Wege in die Praxen von Kollegen zu ebnen oder weitere Praktika oder Arbeitsverhältnisse zu vermitteln.

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