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Neuss: Txi befördert innerhalb des Hafens Massengut

Service der RheinCargo für Firmen im Hafen Neuss : Taxi befördert im Hafen Massengut

Service der RheinCargo soll 5000 Lastwagen-Fahrten im Jahr überflüssig machen.

Im Hafen ist ab sofort ein besonderes Taxi unterwegs. Ohne schwarzgelbes Taxi-Schild über dem Steuerstand des Kapitäns, ohne Taxameter, aber auch ohne Passagiere. Denn „MS Poseidon“ wurde von der „RheinCargo“, dem Logistik-Dienstleister von Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) und der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) nur gechartert, um Massengut zu transportieren. An sechs Tagen in der Woche ist der Frachter zwischen 6 und 20 Uhr innerhalb des Neusser Hafens unterwegs, wie Unternehmenssprecher Christian Lorenz erklärt, verkehrt aber auch zwischen den Hafenstandorten Neuss und Düsseldorf.

Für den neuen Service sieht man bei RheinCargo offenbar einen großen Bedarf. „Mit der Nutzung des Massengut-Taxis werden die Güter zukünftig über den Wasserweg geliefert“, sagt Lukas Klippel, Vertriebsleiter der RheinCargo. Das Umfahren der Güter mit einem Lastwagen entfällt. 5000 Lastwagenfahrten, so eine erste Schätzung, würden so in einem Jahr zur Freude der Umwelt und anderer Verkehrsteilnehmer entfallen können. Bei Bedarf könnte weiterer Schiffsraum zur Verfügung gestellt werden, teilt das Unternehmen mit. Auch Sonntagstransporte seien auf Antrag möglich.

Der Frachtraum des Gütermotorschiffs „MS Poseidon“ bietet 1000 Kubikmeter Platz. Damit kann der Frachter mit einer Fahrt soviel Schütt- und Massengut transportieren wie 30 Lastwagen. Zum Einsatz kommt er, wenn zum Beispiel ein Unternehmen Waren annehmen muss, die es nicht sofort verarbeiten kann und daher an anderer Stelle im Hafen zwischenlagern muss. Oder wenn nach der Produktion ein Abfallstoff übrig bleibt, der einem anderen Betrieb als Rohstoff dient. Klassisches Beispiel: Der in den Ölmühlen ausgepresste Rapsschrot wird an einer anderen Stelle zu Tierfutter veredelt.

Neben dem Massengut-Taxi ist ein Wasserbus auf dem Rhein weiter im Gespräch – in diesem Fall nur für Personen. Mögliche Haltestellen für die Linie sind aus Sicht der Stadt in Uedesheim, Grimlinghausen und in Höhe des Rheinpark-Centers vorstellbar. Dieses Angebot für Pendler, das Neuss gemeinsam mit Düsseldorf und Köln auf den Weg bringen will, ist so weit gediehen, dass Düsseldorf – gemeinsam mit Neuss – eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben möchte.

(-nau)