Neuss: Tour de Furth führt zu denkmalgeschützten Gebäuden

Zehnte Tour de Furth in Neuss : Gebäude als Zeitzeugen der Nordstadt

Die zehnte Tour de Furth von Initiativkreis und NGZ führt am Samstag zu denkmalgeschützten Gebäuden. Gottfried Scheulen und Peter Dieter Schnitzler geben den Zeitzeugen eine Stimme. 17 Uhr Mobile NGZ-Redaktion in „Heilig Geist“.

Gottfried Scheulen (70) hat gezählt. „19 denkmalgeschützte Gebäude sind in der Nordstadt gelistet“, sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises (AK) Geschichte im Initiativkreis Nordstadt. Sind das viele? Oder sind das nur wenige in einem Stadtteil mit mehr als 30.000 Einwohnern? Eine Antwort suchen die Teilnehmer der zehnte Tour de Furth, die Samstag um 14.30 Uhr am Bahnhof – Treffpunkt: Parkplatz mit Zufahrt Further Straße – beginnt und die Scheulen, unterstützt von seinem Vorgänger Peter Dieter Schnitzler, leiten wird. Eins weiß Scheulen aber schon jetzt. „Rechts und links unserer zirka zehn kilometerlangen Route sind viele Gebäude zu sehen, die zum Teil wunderschön restauriert wurden, Zeitzeugen sind und dennoch nicht unter Denkmalschutz gestellt sind“, sagt er.

Scheulen und Schnitzler werden diesen Zeitzeugen aus Stein eine Stimme geben. Das Duo weiß, worüber es spricht. Gottfried Scheulen, seit sechs Jahren in Pension, war lange Leiter des städtischen Schulverwaltungsamtes. Noch heute sagt er über die Burgunderschule: „Sie ist das schönste Schulgebäude in der Stadt.“ An der Planung zur Restaurierung des 1903 an der Burgunderstraße errichteten Komplexes hat er noch mitgewirkt: „Die alten Holzfußböden konnten wir erhalten.“ Das Gebäude wird heute als Grundschule genutzt.

Die Burgunderschule ist ebenso ein Etappenziel der zehnten Tour de Furth wie das Privathaus im Kolpingviertel, in dem Peter Dieter Schnitzler und seine Frau Karin wohnen. Eine Plakette an der Fassade zeigt schon, dass es unter Denkmalschutz steht. Was das Gemäuer schützenswert macht, wird Schnitzler ebenso erläutern wie er Antworten auf die Frage gibt, welchen Anforderungen auf Eigentümer und Bewohner zukommen, wenn sie in einem denkmalgeschützten Haus leben. Die Organisatoren der Tour versprechen einen spannenden Nachmittag in Theorie und Praxis.

Bereits am Treffpunkt, auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof, wird Gottfried Scheulen über allgemeine Bestimmungen im Denkmalschutz sprechen, um in das Thema einzuführen. Die Teilnehmer radeln dann entlang der alten Schraubenfabrik über die Further Straße, um sich dann nahe der Keltenstraße ein sehenswertes Gebäude-Ensemble anzusehen, ehe es ins Kolpingviertel geht. In dem mehr als hundert Jahre alten Siedlungsdreieck, das Further-, Fesser- und Römerstraße bilden, blieben die Strukturen der Bauzeit auch nach der umfassenden Sanierung in den 1980er Jahren erhalten. Das seinerzeit richtungsweisende Projekt wurde damals mit rund 30 Millionen D-Mark von der NRW-Landesregierung gefördert. Auf dem weiteren Weg, vorbei an dem Schulgebäude Annostraße und über die Jostenallee, nähert sich die Route Weißenberg. Ein Stopp ist auch am Nordbad-Park eingeplant, dessen Umfeld in mehreren Bauabschnitten geordnet wird; Teile der nicht mehr benötigten Liegewiesen-Flächen des Bades könnten für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Ziel ist schließlich das Pfarrheim Heilig Geist. dort beginnt gegen 17 Uhr die Mobile NGZ-Redaktion, die von Chefreporter Ludger Baten moderiert wird. Bei einem kleinen Imbiss und Getränken sollen Themen angesprochen werden, die den Menschen, die in der Nordstadt leben, am Herzen liegen. Politiker haben ihre Teilnahme angekündigt.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE