Neuss: Toiletten auf Hauptfriedhof werden saniert

Stilles Örtchen gesucht : Toiletten auf Friedhöfen in Neuss werden saniert

Seit zwei Jahren sind die Toiletten auf Feld D des Hauptfriedhofs geschlossen. Die nächsten WCs sind etwa 15 Minuten entfernt. Viele Besucher würden sich in ihrer Not auch in den Gebüschen erleichtern.

Bei der Beerdigung ihrer Schwester ist es Edith Graumann aufgefallen: Die Toiletten auf Feld D des Hauptfriedhofs in Neuss sind verschlossen. Ein Schild informierte darüber, dass das stille Örtchen in Form eines grünen Containers mutwillig zerstört worden und deswegen nicht mehr nutzbar sei. Mittlerweile ist das fast zwei Jahre her, doch für 2019 gibt es Hoffnung: Dann sollen diese und zwei weitere Toilettenanlagen auf Neusser Friedhöfen saniert werden.

„So geht es nicht“, sagt Edith Graumann, „das ist schlimm für die Menschen, die dort ihre Gräber in Ordnung bringen und noch schlimmer für die Besucher, die durchweg alt sind.“ Viele würden sich in ihrer Not – die nächsten Toiletten sind etwa 15 Minuten entfernt – auch in den Gebüschen hinter den Toiletten erleichtern. In ihrer Verzweiflung wandte sich Graumann im Juni 2018 an die Stadt. Bis auf eine Nachricht von Bürgermeister Reiner Breuer, dass er das Anliegen an das zuständige Fachamt weitergeleitet habe und sie auf Nachricht von dort warten solle, erhielt sie aber keine Antwort.

Die WCs am Hauptfriedhof sind kein Einzelfall. Viele weitere Anlagen der 13 städtischen Friedhöfe sind in die Jahre gekommen und benötigen eine Sanierung oder müssen ersetzt werden. Bereits im vergangenen Jahr gab es seitens der Politik Bemühungen, die Sanierung voranzutreiben. Ein 2018 vorgestelltes Sanierungskonzept wurde allerdings vertagt. Der Grund: keine Einigung über den Ausbaustandard. Verschiedenste Möglichkeiten standen damals zur Auswahl: 148.500 Euro für einfach nur nutzbare Toiletten, 300.000 Euro für neue Toiletten ohne zeitgesteuerte Zugangsautomatik, oder 600.000 Euro für Edelstahl-WCs mit Waschtischen und Zugangsautomatik.

Auf Antrag von Carsten Thiel (UWG) konnte schließlich zumindest ein Sofortprogramm für 2019 für drei der sanierungsbedürftigen Friedhofstoiletten genehmigt werden. Neben den Containeranlagen auf Feld D des Hauptfriedhofs werden nun auch die Anlagen auf dem Friedhof in Reuschenberg sowie auf dem neuen Friedhof in Norf saniert. Das bestätigte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion. „Die Umsetzung erfolgt in 2019. Der genaue Bauzeitplan steht erst nach Abschluss der Detailplanung fest“, so eine Stadtsprecherin. Die Sanierungskosten belaufen sich für 2019 auf 32.000 Euro pro Toiletten-Container – also auf insgesamt 96.000 Euro. Damit bleibt die Stadt unter den zur Verfügung stehenden Mitteln von 100.000 Euro pro Jahr für Friedhöfe.

Auch für die restlichen sanierungsbedürftigen Toiletten gebe es Pläne, erklärte die Sprecherin weiter: „Sie sollen 2020, 2021 und 2022 saniert werden.“ Allerdings müsse der Ausschuss für Umwelt und Grünflächen dafür noch seine Zustimmung geben.

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