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Neuss Theater am Schlachthof spielt unter dem Zeltdach weiter

Theater in Neuss : Theater am Schlachthof spielt unter dem Zeltdach

Corona macht es möglich: Die Spielzeit im TaS beginnt schon am 7. August. Das Zelt hinter dem Theater am Schlachthof bleibt stehen.

Nicht nur Sabine Wiegand als „Dat Rosi“ hatte vermutlich fast Tränen in den Augen, als sie ihre Zuschauer wieder richtig sehen konnte, nicht nur durch eine (Auto-)Scheibe. „Das war einfach nur schön“, sagt Wiegand, „und ich hab das Gefühl, dass es den Zuschauern genauso ging. Sie waren froh, unter einem Zeltdach im Freien zu sitzen und dennoch zu genießen, dass es etwas für sie aufgeführt wurde.“

Die in Köln lebende Kabarettistin gehört zu jenen Künstlern, die für das Theater am Schlachthof gern spielt. „Es ist einfach wunderbar, was Markus Andrae und Britta Franken da auf die Beine stellen. Das kenne ich von keinem anderen Theater“, sagt sie.

Mag so viel Lob aus versiertem Mund die beiden auch eher schüchtern abwinken lassen: Unrecht hat Wiegand gewiss nicht. Denn nach dem erfolgreichen „Theater auf’m Parkplatz“ mit Kabarett, Liederabend und Kindervorstellungen hat das TaS probeweise ein Zelt auf der grünen Wiese hinter dem TaS aufgeschlagen und Kabarettisten wie Sabine Wiegand gebeten, dort zu spielen. Was weder die Kölnerin noch jemand wie Martin Maier-Bode sich zweimal sagen ließ.

Vier Abende wurde gespielt, vor ausverkauftem „Haus“, was in diesem Fall jedes Mal 40 Zuschauer meinte. Und da weder im TaS noch unter den Künstlern jemand damit rechnet, dass sich in diesen Zeiten, wo Corona alles beherrscht, etwas ändert, bliebt das Zelt nun stehen. Bis Ende August.

Das TaS macht nur eine kurze Sommerpause und legt dann am 7. August schon wieder los. Zwei Premieren wurden eigens für diesen Anlass entwickelt, und ein Gastspiel in den Sparten Kabarett, Schauspiel und Musiktheater steht auf dem Programm.

Acht Vorstellungen sieht der Spielplan vor, es geht los mit den „Lockerungsübungen“ des Kabarettisten-Duo Martin Maier-Bode und Daniel Graf. Die beiden sind im Düsseldorfer Kom(m)ödchen ein eingespieltes Team und versprechen eine „Corona-Party der Satire“. Beide sind nach wochenlanger Bühnenabstinenz geradezu ausgehungert und haben extra ein Programm für das TaS auf die Beine gestellt.

In der Komödie „Bei mir zu Hause, um fünf?“ von Pierre Chesnot erzählen zwei Thirty-somethings, die zufällig im selben Haus wohnen, von ihren analogen Bemühungen, endlich den perfekten Partner zu finden. Es spielen Barbara Wegener und Fabio Sorgini.

Mit Harald Juhnke hat sich Entertainer Harry Heib beschäftigt. Was dabei herausgekommen ist, zeigt er in seinem neuen Programm „Keine Termine und leicht einen sitzen…“ Regie führt Maier-Bode, die musikalische Leitung hat Eddy Schulz.

Nach jeder Vorstellung (drei mit dem Duo Maier-Bode/Graf, zwei mit der Komödie und drei von Harry Heib) gibt es noch open air mit dem „Solidarischen Getränk“.

Info Karten und Preise unter www.tas-neuss.de

(hbm)