Krankentage ohne Lohnausfall Tageseltern demonstrieren vor dem Neusser Rathaus

Neuss · Tageseltern aus Neuss wollen Krankentage ohne Lohnausfall. Auf ihr Anliegen machten sie am Dienstag vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses mit einer Demo im Rathaus aufmerksam.

Vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses demonstrierten Tageseltern für bessere Arbeitsbedingungen.

Vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses demonstrierten Tageseltern für bessere Arbeitsbedingungen.

Foto: Wolfgang Walter

Die Demonstration war angemeldet: Am Dienstag machten rund 40 Tageseltern vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf ihre Situation aufmerksam. Ihr Adressat: die Politiker. „Wir haben mit einzelnen Gespräche geführt, aber in der Sitzung war unser Anliegen kein Thema“, sagt Yvonne Krause vom Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Kindertagespflege Neuss. Neben Flyern, die sie verteilten, hatten sie bereits im Vorfeld Mails verschickt.

Ihre Forderung: ein „vertretbares Kontingent an Krankentagen zur Verfügung gestellt zu bekommen“. „Wir sind genauso systemrelevant wie städtische Einrichtungen und benötigen dringend auch die Möglichkeit, ohne Lohnausfall krank sein zu dürfen“, so Lisa El Ouamari, Vorsitzende der IG. Auf ihr Anliegen sei bis jetzt lediglich in Form einer Evaluierung reagiert worden. Deren Ergebnisse will Susanne Benary, Vorsitzende des städtischen Jugendhilfeausschusses, auch erst einmal abwarten. „In unserer nächsten Sitzung am 9. März liegen sie vor. Dann wird darüber gesprochen“, sagt sie. Für Benary ist eine „rechtlich ordentliche Lösung“ wichtig. Grundsätzlich könne sie das Anliegen der Interessengemeinschaft verstehen, weiß auch, wie wichtig deren Einsatz ist. „Gäbe es keine Tageseltern müsste die Stadt sehen, wie die Kinder versorgt werden. Daher kann auf die Arbeit der Tagesmütter und -väter nicht verzichtet werden“, sagt Benary, die es jedoch begrüßen würde, wenn es landesweit einheitliche Regeln für die Tagespflegepersonen gäbe und nicht jede Kommune „ihr eigenes Ding“ mache. Sie hofft, dass im März eine Regelung gefunden wird, mit der alle gut leben können.

Das wünschen sich die Mitglieder der IG auch, sind aber eher skeptisch. Denn ihrer Erfahrung nach wüssten viele gar nicht, was ihr Job alles beinhalte. „Es drohen Schließungen der Tagespflegestellen. Und auch Eltern stehen vor verschlossenen Türen, wenn das Thema Krankentage nicht endlich ein Ende nimmt und man uns die Krankentage genehmigt“, sagen El Ouamari und Krause und bitten den Jugendhilfeausschuss um Unterstützung.

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