Neuss: Tag der offenen Tür im Flüchtlingswohnheim in Reuschenberg

Flüchtlingswohnheim am Südpark : So leben acht Nationen unter einem Dach

Bereits seit dem 1. August wird das Flüchtlingswohnheim auf dem Parkplatz am Südpark wieder genutzt.

Vorübergehend war es als Notschlafstelle für Obdachlose zentraler Aufnahmepunkt. Nachdem für diese Klientel am Derendorfer Weg ein Neubau errichtet wurde, konnte die Flüchtlingsunterkunft am Südpark für ihre eigentliche Bestimmung wieder hergerichtet werden.

Am vergangenen Samstag waren Neusser Bürger eingeladen, sich ein Bild von der großzügigen Anlage zu verschaffen. Diesen „offenen Tag“ nutzten Neusser Bürger zwar nicht, aber etliche Stadtverordnete und Ehrenamtler besuchten die Unterkunft. Bürgermeister Reiner Breuer mit Gattin interessierte die dem eigentlichen Zweck wieder zugeführte Einrichtung ebenso wie Hermann Murmann, den Amtsleiter des Integrationsamtes der Stadt Neuss, der für seinen Besuch sogar den Urlaub unterbrach. „Das zeugt von der hohen Wertschätzung, die Flüchtlinge in Neuss erfahren“, sagt Ozan Erdogan, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt. Seit zwei Wochen leben bereits 30 Personen aus acht Nationen im Südpark, fünf Familien, zwei Paare, vier allein reisende Männer und eine allein reisende Frau. Insgesamt ist die Anlage mit zwei Häusern ausreichend für 65 Personen. Großzügigkeit herrscht vor: Familien haben zum Beispiel zwei Zimmer, die durch eine Tür verbunden sind. Auf jedem der vier Flure gibt es eine Gemeinschaftsküche mit je vier Kochstellen. Die Sanitärbereiche sind sauber und adäquat eingerichtet: Für Familien gibt es nur eine Dusche, für Einzelpersonen vier. Ein Kinderraum bietet vielfältige Spielmöglichkeiten wie in einer Kindertagesstätte an, aber dort gibt es auch Schreibtische, an denen sich Schulaufgaben erledigen lassen. Ein mit gut 20 Quadratmetern großer Gemeinschaftsraum dient auch als Schulungsraum. Ein Waschraum mit drei Maschinen und zwei Trocknern ist vollkommen ausreichend. Reinigungspläne organisieren die Sauberkeit.

Auffallend ist, dass die Räume sehr karg eingerichtet sind. „An der Gestaltung sollen die Bewohner selbst teilhaben“, sagt Sophia Dartmann, die bei der Stadt für die Einrichtung der kommunalen Unterkünfte zuständig ist. „Sie sollen sich ja schließlich dort wohlfühlen“, ergänzt sie.

Sie schwärmt vor allem von den Kindern: „Im Umgang der Kinder untereinander spielen Nation und Sprache keine Rolle, sie verstehen sich sofort!“

(nima)
Mehr von RP ONLINE