Neuss: Streit um die Kiesgrube

Open-Air-Club in Neuss: Open-Air-Club Kiesgrube will im April wieder feiern

Der Partyclub am Blankenwasser plant die neue Saison. Hinter den Kulissen knirscht es – es geht auch um den Namen.

Die Kiesgrube geht in neuer Konstellation in die nächsten Spielzeiten. Derzeit wird hinter den Kulissen am Programm, mit dem der Open-Air-Club in diesem Jahr auf das Gelände am Blankenwasser lockt, gearbeitet. Im April soll es losgehen. Frank Klement, Geschäftsführer der „Kiesgrube Gastronomie GmbH & Co. KG“, betont, dass dabei auf das gewohnte Konzept gesetzt wird. Mit einem Unterschied: Die Zusammenarbeit mit der „Kiesgrube Event GmbH“, die das Gelände bislang bespielte, wurde beendet. „Wir haben anderweitig einen Auftrag für das DJ-Booking vergeben und sind sicher, dass wir auch in diesem Sommer in der Kiesgrube ein attraktives Programm bieten werden“, sagt Klement. Mögliche Namen nennt er noch nicht. „Das machen wir erst, wenn die Verträge mit den DJs unterschrieben sind.“

Hinter den Kulissen hat es aber mächtig geknirscht. Frank Klement dementiert Mitteilungen, der Open-Air-Club werde Neuss verlassen. Dies hatte die Kiesgrube Event GmbH zuletzt verkündet und mitgeteilt, man werde in Kürze „eine neue Location präsentieren“. Richtig ist in jedem Fall, dass die Kiesgrube Event GmbH weiterzieht. Wohin es geht, werde in Kürze mitgeteilt. Nach Informationen unserer Redaktion sind gleich zwei Standorte im Visier: Düsseldorf und eine europäische Hauptstadt. Tom Preuss von der Kiesgrube Event GmbH kommentiert dies nicht. „Wir werden die Standorte offiziell mitteilen, wenn alles in trockenen Tüchern ist“, sagt er. Geklärt werden müsse auch noch die Frage der Namensrechte. Beide Seiten haben Anwälte eingeschaltet, die Kiesgrube hat sich schließlich einen Namen gemacht und zu einer Marke entwickelt. Das zeigt sich auch darin, dass beide Seiten via Internet und Social Media mit verschiedenen Kiesgrube-Kanälen unterwegs sind.

Während die Kiesgrube-Event GmbH mitteilt, man habe sich „aufgrund unüberwindbarer Differenzen mit dem Vermieter (...) schweren Herzens dazu entschlossen, das Kiesgrube-Gelände und die Stadt Neuss zu verlassen“, weist Frank Klement dies zurück. Richtig sei, dass nach dem Verkauf des Tribehouse (heute 102) eine Kooperation mit der neugegründeten Kiesgruben Event GmbH zum Betrieb des Open-Air-Clubs eingegangen wurde. „Diese Kooperation endete im Jahr 2018 zwischen beiden Parteien“, erklärt Klement. Er werde „als Verwalter der Mietverträge, offizieller Halter der Betriebserlaubnis durch die Stadt Neuss, Erfinder der Marke und Inhaber der Markenrechte die ,Kiesgrube’ mit der Firma ,Kiesgrube Gastronomie GmbH & Co. KG’ in Zukunft wie gewohnt weiterführen“. Tom Preuss betont, die Kiesgrube Event GmbH habe stets für das Programm, die DJs, die Aufbauten und Gestaltung des Geländes verantwortlich gezeichnet. Er hoffe, dass der Sachverhalt bald juristisch geklärt sei.

Die Kiesgrube wurde vor 22 Jahren als „Sommerausgabe“ des legendären Clubs Tribehouse aus der Taufe gehoben und hat sich zu einem der bekanntesten Open-Air-Clubs Deutschlands entwickelt. Zahlreiche namhafte DJs sorgten dort im Laufe der Jahre für Stimmung. Während der mehr als zwei Jahrzehnte hat sich die Kiesgrube zu einer der feinsten Adressen für elektronische Sounds unter freiem Himmel und wohlige Ibiza-Urlaub-Atmosphäre in heimischen Breiten entwickelt – mit einer treuen Fan-Gemeinde.

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