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Neuss: Stiftung der Vertriebenen dokumentiert Ostdeutsche Heimatstube

Geschichte und Kultur dokumentieren : Virtueller Besuch in der Ostdeutschen Heimatstube in Neuss

Um seinen Job als Heimatstubenbeauftragter ist Horst Stephan nicht immer zu beneiden, doch jetzt hat der Sprecher der Landsmannschaft der Schlesier echten Anlass zur Freude. Denn die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen für Wissenschaft und Forschung hat – mit finanzieller Unterstützung des Landes – „seine“ Heimatstube an der Oberstraße digital dokumentiert.

Das Ergebnis wurde im Internet auf einer Plattform mit 19  ausgewählten anderen Einrichtungen dieser Art zusammengeführt. Die Geschichte und Kultur der Vertriebenen soll so dokumentiert werden, erklärt Birgit Aldenhoff, die Referentin für Kunstgeschichte und Heimatstuben der Stiftung. „Es ist gut vorstellbar, dass in absehbarer Zeit niemand mehr da ist, der weiß, wie das damals war.“

Am 2. Februar soll die Internetseite in einer virtuellen Veranstaltung mit Gundula Bavendamm, der Direktorin der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, offiziell vorgestellt werden. Bis dahin haben Aldenhoff und ihre Kollegin Barbara Kämpfert, von der die erläuternden Texte stammen, noch damit zu tun, den Internetauftritt auch der Neusser Heimatstube zu komplettieren. Doch auch das, was unter dem Stichwort Ostdeutsche Heimatsammlungen schon im Netz zu finden ist, vermittelt einen guten Eindruck.

Neben einem kurzen Text zur Geschichte der 1988 etablierten Heimatstube, die zusammen mit dem 2002 eingeweihten Glockenspiel und einem Gedenkstein an der Oberstraße ein kleines Zentrum der Erinnerung bildet, bietet die Internetpräsentation mit einer 360-Grad-Rundumsicht auch die Möglichkeit zu einem virtuellen Besuch. Und wer sich mit diesem ersten Eindruck nicht zufrieden geben möchte, findet viele der ausgestellten Exponate in einem zweiten virtuellen Raum ausgestellt und erläutert. Aldenhoff fielen bei ihrem Besuch vor allem die 1984 ausgestellte Urkunde zur Patenschaft des Kreis Neuss für den ostpreußischen Kreis Rößel, die heute noch besteht, und das Modell eines Kurenkahns auf, mit dem Fischer im Kurischen Haff unterwegs waren.

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Horst Stephan freut sich über diese Möglichkeit einer weltweiten Außendarstellung im Kontext mit anderen Heimatstuben. „Man muss was tun, damit das nicht einschläft“, sagt er mit Blick auf Überalterung der verbliebenen Landsmannschaften und rückläufige Mitgliederzahlen. Was langfristig aus der Heimatstube wird, ist mit der Internetdokumentation noch nicht gesagt. Christoph Kleinau