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Neuss: Stefan Meuter schreibt Buch über Gewalt gegen Rettungskräfte

Respekt-Kampagne im Rhein-Kreis Neuss : Ein Feuerwehrmann greift zur Feder

Stefan Meuter, Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren im Rhein-Kreis, initiierte 2019 eine Respekt-Kampagne. Nun hat er zu dem Thema ein Buch geschrieben.

Beleidigt, bedroht und sogar körperlich attackiert zu werden, gehört zum Alltag von Polizeibeamten, Rettungskräften und Feuerwehrangehörigen. Dass wollte Stefan Meuter nicht länger unkommentiert hinnehmen und initiierte im Mai 2019 eine Respekt-Kampagne im Rhein-Kreis. Seitdem treibt den Vorsitzenden des Verbandes der Feuerwehren im Rhein-Kreis und Leiter der Werkfeuerwehr bei Alunorf das Thema um – und jetzt auch an den Computer. In seinem überhaupt ersten Buch mit dem Titel „Dir fehlt doch was!“ schrieb der heute 49-Jährige nieder, was er seitdem erlebt und was ihn bewegt hat. Und als er damit fertig war, waren 112 Seiten voll. Kein Zufall, ist doch 112 auch die Nummer des Notrufes.

Im Mai 2019 hatte der damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer die Kampagne „Für ein sicheres Deutschland“ angestoßen. Meuter machte sie im Rhein-Kreis – gestützt auf ein Netzwerk von Unterstützern – zum Tagesgespräch. Er organisierte einen „Tag für die Retter“, an dem auch Landesinneninister Herbert Reul nach Neuss kam. Er gewann den Dormagener Kulturpädagogen Christoph Schade dafür, für die Kampagne ein Graffito mit dem Schriftzug „Respekt“ zu entwickeln, das ein Feuerwehrgerätehaus ziert und das Meuter zum Titelbild auf dem Umschlag seines Buches machte. Und er erreichte, dass Schützenkönig Kurt Koenemann, der auch Stadtbeauftragter der Malteser ist, zusagte, in seinem Regentschaftsjahr – aus dem inzwischen drei geworden sind – immer wieder auf die Arbeit aller Helfer und deren Wert für die Gesellschaft hinzuweisen. Ein besonderer Coup allerdings gelang mit dem „Blaulicht-Anstecker“, der – als persönliches Statement des Trägers – schnell viele Jacken schmückte.

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„Eigentlich darf es diese Kampagne gar nicht geben“, sagt Meuer in der Rückschau. „Aber mal ganz im Ernst: Wenn Menschen, deren Job das Retten und Helfen ist, zur Angriffsfläche von Hass und Gewalt werden, müssen wir als Gesellschaft eine rote Linie ziehen.“ Dazu trage die Kampagne bei.

Das kleine Blaulicht-Motiv kam groß raus, etwa beim Neusser Fackelzug, auf dem Stadionbildschirm von Fortuna Düsseldorf oder im Kölner Rosenmontagszug. Und es brachte Meuter sogar eine Einladung des WDR ein – in die Sendung „Sag deine Meinung“ mit Bettina Böttinger.

Den Fragen, wie es zu diesen Aktionen kam und was sie erreichten, geht Meuter in seinem Buch nach. Das Werk mit Kapiteln wie „Wie alles begann“, „Der Pin wurde geboren“ oder „Corona – ich lasse mir doch nicht sagen, was....“ solle keine wissenschaftliche oder pädagogische Abhandlung darstellen, erklärt Meuter. Er habe vor allem auf unterhaltsame und motivierende Weise von seinen Erlebnissen rund um die Aktionen für mehr Respekt erzählen wollen. Und er hoffe, fügt Meuter hinzu, dass seine Zeilen „die Erfahrungen und die Leidenschaft des Autors für dieses Thema widerspiegeln“. So ganz ohne „Moral“ kommt aber auch diese Geschichte, die als E-Book und als Taschenbuch bei Amazon erhältlich ist, nicht aus. „Mit meinem Buch will ich zeigen, dass wir in Sachen Respekt nicht nur auf andere zeigen müssen, sondern dass jeder dafür etwas tun kann“, sagt Meuter.