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Neuss: Stefan Kürten mit erdachtem Haus beim Mappenprojekt "Wir"

Mappenprojekt „Wir“ : Erdachte Häuser und Landschaften

Der international ausstellende Stefan Kürten ist ebenso wie 16 weitere Künstler gefragt worden, ob er sich am Mappenprojekt „Wir“ des Kulturamts Neuss beteiligen wird. Er wollte.

Kaum ein Gemälde  von Stefan Kürten ist ohne Haus. Meistens ist es ein erdachtes, wurde von ihm auf dem Bild gebaut, auch wenn er sagt: „Ich orientiere mich an der Wirklichkeit.“ Auch jene Arbeit, das er extra für das Mappenprojekt „Wir“ des Kulturamts malte, zeigt ein Haus (Käufer des Originals wenden sich per Mail an art@stefankuerten.de). Ohne Menschen, dafür aber mit vier Flamingos. In der Corona-Zeit ist es entstanden, und der in Düsseldorf lebende Künstler, sagt auch: „Die Größe von 30x40 Zentimetern kam mir sehr entgegen, sie liegt mir.“

 Stefan Kürten ist ein international gefragter Maler.
Stefan Kürten ist ein international gefragter Maler. Foto: Stefan Kürten

„Tomorrow never knows“ heißt der Titel des Bildes, und entstanden ist es vor allem, weil es als „Idee in Worten“, wie der 1963 geborene Kürten erzählt,  in der Rubrik „Zukünftige Bilder“ auf des Künstlers Computer war. Die Plastikflamingos hatte er in den USA, wo er eine Zeitlang wohnte, vor einer verfallenen Hütte fotografiert. Und weil er dem Betrachter seiner Bilder immer ein Gefühl der Merkwürdigkeit vermitteln will, hat er die Flamingos gespiegelt, die verfallene Hütte zu einem Haus gemacht.

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Ob Menschen darin wohnen?  Vielleicht. Ob es ein Traumhaus ist? Vielleicht. Oder ein Tatort? Vielleicht. Wartet es auf jemanden oder etwas? Vielleicht. „Es ist eine Projektionsfläche“, sagt Kürten, den Häuser oder ihre Architektur nicht erst seit seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie (1983 – 1989) interessieren, sondern schon seit seiner Kindheit. Als er noch mit den Eltern „Häuser gucken“ war.

Kürten, längst ein Künstler, der von zwei Galerien (in New York und in San Francisco) vertreten wird, international ausstellt und dennoch immer wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt (etwa mit dem Bild vom zugewachsenen Globe zum „Shakespeare Garden“), hat unter der Corona-Pandemie gelitten wie viele andere. Nicht allein deswegen ist er froh, vom Kulturamt gefragt worden zu sein („es war ein wirklich Super-Idee“), sondern sagt auch, dass das verlangte kleinere Format ihn inspiriere. „Ich traue mich damit was“, sagt Stefan Kürten und ergänzt: „Ich wusste nicht, wie das Bild aussehen wird. Bei großen Arbeiten aber bin ich vorsichtiger, lege fest, wie es werden soll.“