Neuss: Startup Yareto auf Erfolgskurs - es gehört zur Werhahn-Gruppe

Autokredit-Vergleichsportal aus Neuss : Yareto – ein Startup auf Erfolgskurs

Auch in der Startup-Szene sind Fachkräfte umkämpft. Das Autokredit-Vergleichsportal Yareto mit Sitz in Neuss hat es geschafft, geeignetes Personal zu finden und sich als Marktführer zu etablieren. Ein Ortsbesuch.

Die Digitalwirtschaft boomt – und schafft Arbeitsplätze. In 62 Prozent der deutschen Startups ist die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr gestiegen, das geht aus dem „Startup Report 2018“ des Branchenverbands Bitkom hervor. Und NRW ist das Herzland der deutschen Gründerszene: Zwischen Rhein und Ruhr sitzen inzwischen die meisten Startups der Republik, erstmals wurde Berlin überflügelt. Das zeigt der aktuelle „Deutsche Startup-Monitor“ des Bundesverbands Deutscher Startups und der Unternehmensberatung KPMG. Wie Erfolg geht und ein Startup wächst, zeigt das zur Werhahn-Gruppe gehörende Autokredit-Vergleichsportal Yareto.

Marketing- und Kommunikationschefin Sarah Fischer führt durch die Räume an der Hammer Landstraße. „Als wir angefangen haben, waren wir gerade mal eine Handvoll Mitarbeiter“, sagt sie. Am 1. Juli 2016 ging das Startup an den Markt. Heute, etwas mehr als zwei Jahre später, sind bei Yareto 55 Mitarbeiter beschäftigt, mehr als 7500 Kfz-Händler nutzen das Portal, das vom Wirtschaftsmagazin „brand eins“ als „Innovator 2018“ ausgezeichnet wurde. Der Schlüssel zum Erfolg: eine kreative Arbeitsatmosphäre, flache Hierarchien und natürlich neben den entsprechenden Fachkompetenzen eine genaue Marktkenntnis. „Wir sind Marktführer in unserem Segment“, betont Fischer.

Im ersten vollen Geschäftsjahr 2017 wurden über das Portal bereits mehr als 100 Millionen Euro Autokredite abgerechnet. Bei Yareto haben registrierte Kfz-Händler die Möglichkeit, einfach Fahrzeugfinanzierungen bei bis zu zehn Banken auf einen Blick zu vergleichen und für ihre Kunden abzuschließen. Das alles geht mit wenigen Mausklicks, und es sind namhafte Geldinstitute wie die ING-Diba, DSL Bank, PSD Bank Rhein-Ruhr und die ebenfalls zur Werhahn-Gruppe gehörende Bank 11 dabei. Dort ist auch die Idee zu Yareto entstanden, dahinter steht Andreas Finkenberg. Der Banker hat Yareto aufgebaut und übergibt die Geschäftsführung zum 1. Januar 2019 an Sven Hölker. Finkenberg wechselt in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Hölker ist bereits Generalbevollmächtigter und hat seinen Schreibtisch in der Yareto-Zentrale.

Das Unternehmen ist auch deshalb so erfolgreich, weil es nicht statisch denkt, sondern auf Weiterentwicklung und agiles Arbeiten setzt. Auf einem sogenannten Change Board können Mitarbeiter zum Beispiel Verbesserungsvorschläge oder Ideen aufschreiben. Und gute Ideen werden dann auch nach und nach umgesetzt. Das fördert nicht nur die Kreativität und die Identifikation mit dem Produkt, sondern motiviert auch. Und die Unternehmenskultur ist im Werben um Fachkräfte wichtig. Laut Bitkom-„Startup Report 2018“ trifft der Fachkräftemangel jedes zweite Startup. Der Wettbewerb um kluge und kreative Köpfe bedeutet, sich von Mitbewerbern abzuheben. „Man muss die richtigen Leute finden, treffen und mit einer Idee begeistern“, sagt Sven Hölker. Das Storytelling, die Geschichte hinter der Geschäftsidee, sei dabei besonders wichtig.

Personalreferentin Christina Braunroth gehört fast zum Yareto-Team der ersten Stunde. Sie hat das Unternehmen mit wachsen sehen. „Die Atmosphäre bei uns ist sehr familiär“, sagt sie. Das Durchschnittsalter ist 34, es wird „Du“ gesagt, auch der Geschäftsführer wird geduzt, die Büros sind ebenso offen wie die Kommunikation untereinander, längst haben sich Freundschaften über die Arbeit hinaus entwickelt. Abends geht es zum Beispiel in Lauftreffs noch mal gemeinsam los. Auch an den „Mud Masters“ in Weeze, einem Hindernislauf der durch Matsch und Schlamm führt, hat ein Team teilgenommen. Das schweißt zusammen. Aber natürlich bedeutet Erfolg auch harte Arbeit. Guter Teamgeist ist dabei wichtig.

Die familiäre Atmosphäre hat auch Sabrina Stahl beeindruckt. Sie ist in diesem Jahr zum Yareto-Team gestoßen. „Vom Bauchgefühl her hat es sofort gepasst“, sagt sie.

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