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Neuss: Stadtteilkümmerer für arme Kinder Familien beschlossen

Für Erfttal Weckhoven und Co. : Kümmerer für arme Familien nehmen Arbeit auf

Die Helfer sollen in Erfttal, Weckhoven, dem Barbaraviertel und auf der Furth aktiv sein.

Nach Freigabe der erforderlichen Mittel im Finanzausschuss steht fest, dass die von der schwarz-grünen Koalition beantragten sogenannten Stadtteilkümmerer bald ihre Arbeit aufnehmen können. Ziel ist es, von Kinderarmut betroffenen Kindern und Familien zu helfen.

„Wir haben bereits ein breit aufgestelltes und sehr differenziertes Hilfesystem in Neuss. Doch oft finden diese Hilfen und die Hilfebedürftigen nicht zueinander. Genau an dieser Stelle wollen wir mit den Stadtteilkümmerern ansetzen. Das ist für uns der Schlüssel zu einer wirksamen und nachhaltigen Armutsbekämpfung“, erklärt der CDU-Jugendpolitiker Thomas Kaumanns den Ansatzpunkt der Stadtteilkümmerer.

Diese Helfer möglich gemacht hat das Landesprogramm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ der Landesregierung, die einen Großteil der Kosten trägt. Hierfür waren landesweit acht Millionen Euro zu Verfügung gestellt worden.

Stadtteilkümmerer wird es in Zukunft in Erfttal, Weckhoven, dem Barbaraviertel und auf der Furth/Weißenberg geben. Sie werden dort auf betroffene Kinder und Familien zugehen und ihnen Brücken zu bestehenden Hilfsangeboten bauen. „Wir freuen uns, dass die Stadtteilkümmerer zügig beschlossen worden sind und alsbald ihre Arbeit aufnehmen können“, sagt Kaumanns.

Bereits vor der Antragstellung hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings betont: „In den letzten fünf Jahren ist der Anteil der Sozialleistungsbezieher bei den Minderjährigen mehr als doppelt so stark gestiegen wie bei der Bevölkerung insgesamt. Jeder fünfte Minderjährige in Nordrhein-Westfalen ist auf staatliche Sozialleistungen angewiesen.“ Bisherigen Programmen wie „Kein Kind zurücklassen“ stellt Geerlings ein schlechtes Zeugnis aus. Diese seien „offenkundig gescheitert“, hätten viel Bürokratie verursacht, „aber nicht die gewünschte Wirkung erzielt“.

Das Programm „Kein Kind zurücklassen“ wurde Anfang 2012 in insgesamt 18 Kommunen auf den Weg gemacht, um Angebote der Bereiche Gesundheit, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Soziales miteinander zu verknüpfen und Familien zu unterstützen – von der Schwangerschaft bis zum Eintritt ins Berufsleben.