Neuss: Stadtfest "Neuss blüht auf", Gin-Festival und "Neuss elektrisch"

Das Wochenende in Neuss : Spaß für die ganze Familie in der Innenstadt

Im Angebot: Gin im Zeughaus, exotische Pflanzen sowie offene Geschäfte bei „Neuss blüht auf“ und E-Mobilität bei „Neuss elektrisch“.

Gin ist derzeit der Super- Hype”, sagt Lena Wittig von Neuss Marketing. Das zweite Rhein-Gin-Festival am vergangenen Wochenende war deshalb auch wieder ein voller Erfolg. Nach 33 Ausstellern im Vorjahr präsentierten jetzt 43 Aussteller ihre trendigen Produkte. Knapp 1000 Besucher pro Tag machen das Event zur größten Gin-Messe Deutschlands. Es waren auch etliche Produzenten aus der Region dabei.

Neuss Marketing und „Rauchbar Neuss“ hatten das Spektakel gemeinsam organisiert. Die Zielgruppe war eindeutig: Überwiegend junge, trendbewusste Menschen mit Spaß am Feiern und am Leben. Aus dem einstmals eher schnöden Wacholderschnaps ist längst ein angesagtes Getränk geworden. „Die einzelnen Marken unterscheiden sich vor allem durch die Botanicals – mal sind es mehr, mal weniger“, erklärt Lena Wittig, die sich als Gin-Liebhaberin outete. Zu den Besuchern am Samstag gehörten Haifa Pahlke (38) und Bastian Kowalewski (33) aus Korschenbroich. Sie zahlten nicht nur 18 Euro pro Kopf Eintritt, sondern waren auch entschlossen, einige Flaschen des Getränks mit nach Hause zu nehmen. Auch die Taxifahrt zurück nach Korschenbroich war einkalkuliert.

Claudia Sturm (l.) und Michaela Rademacher beim Bummel bei „Neuss blüht auf“. Foto: Tinter, Anja (ati)

„Die meisten Besucher sind zwischen 25 und 50 Jahre alt, das Publikum ist total entspannt“, so Wittig. „Ginleichen“ gebe es kaum. Das würde auch nicht dem Stil entsprechen, den man von einer Veranstaltung im Zeughaus erwartet. Thorsten Franke ist Destillateurmeister bei Schmittmann in Düsseldorf-Niederkassel. „Vor 50 Jahren wurde bei Schmittmann schon einmal Gin produziert“, erklärte der Fachmann. Die Rezeptur von einst sei verfeinert worden. 24 Botanicals seien außergewöhnlich, ebenso die Tatsache, dass der Gin ein Jahr im Eichenfass reift. Ebenfalls aus Düsseldorf: „Gin Pitch“ aus dem Hause Killepitsch. Und „R(h)ein-Gin, ebenfalls aus der Landeshauptstadt. Das Besondere an diesem Produkt: „Wir verzichten auf jeden Schnickschnack und verwenden ausschließlich Wacholderbeeren unterschiedlicher Reifegrade“, verriet Giulia Keite dem wissbegierigen Publikum. Wenig Wacholder ist im „Skin Gin“ aus dem Alten Land bei Hamburg. Chris Brock erklärte, dass man die Minze besonders deutlich herausschmecke, ebenso wie vier Zitrusfrüchte. Marco Krüger aus dem niederrheinischen Hünxe hatte „Gin Tonic to go“ im Angebot. „Das Feedback hier ist sehr gut“, sagte der Jungunternehmer, der das Gin-Business erst einmal nebenberuflich betreibt.

Während das Gin-Festival im Zeughaus durchgehend ein Publikumsmagnet war, hatte es „Neuss blüht auf“ vor allem am Samstag schwer – kein Wunder bei den fast winterlichen Temperaturen und den immer wieder einsetzenden schweren Regenfällen. So dauerte es eine ganze Weile, bis der Franzose mit dem Künstlernamen Zzartagnan als Fünfter der Musketiere auf einem Pferd aus Stoff in Erscheinung trat und zum beliebten Fotomotiv wurde. Fotohandys wurden auch immer dann gezückt, wenn auf dem Marktplatz das Bullenreiten startete – es endete mal früher, mal später mit einem Sturz. „Das ist was anderes als ein Kinderkarussell“, betonte der Moderator und die Zuschauer hatten ihren Spaß.

Infos zum Thema E-Mobilität gab es bei „Neuss elektrisch“ auf dem Münsterplatz. Foto: Georg Salzburg(salz)

Piter Ende war am Samstagabend trotz des schlechten Wetters nicht unzufrieden: „Ich habe viele Pflanzen verkauft, das ist ein guter Markt hier“, schwärmte der Niederländer. Toskanische Rosen und Spanischer Ginster hätten sich besonders gut verkauft. Uwe Mathlage aus Düsseldorf bot Kleinlederwaren feil und hatte schon bessere Zeiten erlebt: „Normalerweise ist es hier samstags immer brechend voll.“ Aber am Sonntag war das Wetter besser und es kamen auch mehr Besucher. Nicht zuletzt auch wegen der ab 13 Uhr geöffneten Geschäfte.

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