Neuss: Stadt plant Schullandschaft der Zukunft

Schulentwicklung in Neuss : Neuss will Platz für Schüler schaffen

Die Einwohnerzahl in Neuss steigt und damit auch die Zahl der Kinder, die in der Quirinus-Stadt zur Schule gehen. Die Stadt muss dafür an den weiterführenden Schulen die Voraussetzungen schaffen. Ein Maßnahmenkatalog soll helfen.

Steigende Schülerzahlen und eine durch das Wegfallen der Sekundarschule sich wandelnde Schullandschaft: Die Stadt Neuss muss mit Blick auf die Schulentwicklungsplanung einen ganzen Batzen Hausarbeiten erledigen. In einer interfraktionellen Arbeitsgruppe, an der neben Vertretern der Politik auch die Schulleiter Wolfgang Spangenberger (Realschule Holzheim), Achim Fischer (Janusz-Korczak-Gesamtschule) und Ulrich Dauben (Quirinus-Gymnasium) teilgenommen haben, wurde daher ein Maßnahmenkatalog aufgestellt. In der Sitzung des Schulausschusses wurde er am Dienstagabend noch einmal in einigen Punkten geschärft. Insgesamt wurde dort ein Zehn-Punkte-Katalog verabschiedet, der die weiterführenden Schulen in Neuss fit für die Zukunft machen soll.

Ralph-Erich Hildebrand (SPD) betonte, dass es bei der Schulentwicklung „drei Phasen gibt, die wir im Auge haben müssen“. Schließlich gehe es um kurz-, mittel- und langfristig erforderliche Maßnahmen. Prognosen zeigen den wachsenden Platzbedarf. Während zum aktuellen Schuljahr 51 Züge gebildet wurden, muss bis zum Schuljahr 2023/24 mit mindestens 55 Zügen und bis 2027 mit voraussichtlich 60 bis 61 Zügen gerechnet werden.

Um dies zu schaffen, soll zunächst die Zügigkeit der Comenius-Gesamtschule, die bis zum Sommer noch Sekundarschule war und zum neuen Schuljahr umgewandelt wurde, erhöht werden. Ab 1. August 2019 soll sie zur sechszügigen Gesamtschule werden. Damit soll auch aufgefangen werden, dass die Sekundarschule Neuss wegen zu geringer Anmeldezahlen ausläuft und keine neuen fünften Klassen mehr bildet.

Auch das Gymnasium Norf wächst und wird ab dem kommenden Schuljahr sechs Züge bilden. Zugleich soll die Verwaltung prüfen, ob – auch unter Berücksichtigung des Umstiegs von G 8 auf G 9 – bauliche Maßnahmen erforderlich sind. Zudem soll die Raumsituation an den weiteren vier städtischen Gymnasien mit Blick auf die Rückkehr zu G 9 ermittelt werden und welche Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Vor allem Stephanie Wellens (CDU) drang darauf, diesen Punkt explizit in den Maßnahmenkatalog aufzunehmen. „Die Mensen und Nebenräume an den weiteren Schulen sollten zudem nicht zurückgebaut werden, weil wir sie in Zukunft brauchen werden“, betont Wellens.

Die Realschule Holzheim soll an ihrem jetzigen Standort zur bereits beschlossenen dreizügigen Realschule erweitert werden. Zudem soll die Verwaltung ermitteln, welche Erweiterungen an der Janusz-Korczak-Gesamtschule sowie der Gesamtschule an der Erft möglich sind. Die Ergebnisse sollen in einer der nächsten Sitzungen des Schulausschusses vorgestellt werden.

Bei allen Ausbauplanungen soll zudem die Turnhallensituation berücksichtigt werden. „Zudem war es in der interfraktionellen Arbeitsgruppe Konsens, dass Container- und Dependance-Lösungen nach Möglichkeit vermieden werden sollen und, falls doch erforderlich, nur für einen Übergangszeitraum genutzt werden sollen“, sagt Schuldezernentin Christiane Zangs.

Angesichts der Auslastung des städtischen Gebäudemanagements (GMN), das aufgrund der angespannten Personalsituation schon jetzt bei vielen Maßnahmen dem Zeitplan hinterher hinkt, werden sich Übergangslösungen vermutlich nicht vermeiden lassen. „Langfristig“, sagt Ralph-Erich Hildebrandt, „werden wir für die Zeit nach 2027 außerdem über den Bau einer zusätzlichen weiterführenden Schule nachdenken müssen.“

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