Neuss: Stadt macht Festwiesen attraktiv und schnürt ein "Kirmes-Paket"

Neuss macht Festwiesen attraktiv : Stadt schnürt ein „Kirmes-Paket“

Der Rummel bleibt für die Stadt ein kostspieliges Hobby. Trotz Investitionen in die Stromversorgung wird das Standgeld nicht erhöht.

Der Rummel bleibt für die Stadt ein kostspieliges Hobby. Denn mit seinem Beschluss, die Standgelder für die Schausteller auch 2020 nicht anzuheben, akzeptierten die Mitglieder des Hauptausschusses am Mittwochabend, dass die Stadt auf 92.985 Euro Kosten „sitzen“ bleibt, die nun aus der Stadtkasse bezahlt werden müssen. Hinzu kommen Investitionen in die Infrastruktur der Kirmesplätze mit einem finanziellen Gesamtvolumen von fast 650.000 Euro.

Nachdem sich die Politik auf Antrag von CDU und Grünen bereits im Sommer darauf verständigt hatte, über ein Sanierungsprogramm alle 19 Kirmesplätze auf den gleichen Stand zu bringen, erklärte die Stadtverwaltung jetzt, dass auch in die Stromversorgung investiert werden muss. „Das ist viel Geld“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen. „Aber wir wollen auch weiterhin gute Rahmenbedingungen für die Schützenfeste vor Ort bieten“. Karl-Heinz Baum (CDU) stimmt dem zu, hat aber doch Sorgen: „Kann man mit der Investition in die Stromversorgung bis 2021 warten?“ Antwort von Bürgermeister Reiner Breuer: „Ja.“

Das Sanierungsprogramm der Kirmesplätze alleine hatte die Stadt im Sommer auf etwa 190.000 Euro taxiert. Die Überarbeitung des Norfer Kirmesplatzes ist erledigt, besonders dringlich sind nach Ansicht von Sven Schümann (CDU) nun Verbesserungen an den Plätzen in Weckhoven, Grimlinghausen und auf der Furth. Alleine das wird gut 100.000 Euro verschlingen. Zum Glück sind andere Plätze schon heute tip-top.

Das kann man bei der Stromversorgung – wie eine Überprüfung gezeigt hat – nur für Elvekum, Helpenstein, Grimlinghausen und Holzheim sagen. In alle anderen Anlagen muss mal mehr mal weniger Geld gesteckt werden. Richtig teuer wird es in Norf, Weckhoven und Rosellerheide, wo die über 50 Jahre alten Trafostationen ausgetauscht werden müssen. Gesamtinvest: 180.000 Euro – netto. Für die Furth, wo die Stromversorgung schon im Juni ein echtes Problem darstellt, und Reuschenberg, wo die gemietete Trafostation angekauft werden konnte, sind schon für 2020 Lösungen in Arbeit. Sie sind im Haushalt veranschlagt und nicht mehr Teil eines 450.000 Euro teuren Investitionspaketes, das die Stadt bis 2023 umsetzen will. Im kommenden Jahr soll erst einmal der tatsächliche Stromverbrauch gemessen werden, damit die neuen Anlagen richtig dimensioniert werden können.

Trotz dieser Kosten glaubt die Politik, auf eine Anhebung der Standgelder verzichten zu müssen. „Wir befürchten, gerade für die kleinen Plätze bald keine Schausteller mehr zu finden“, sagt Arno Jansen.