Neuss: Stadt erlaubt Beerdigung von Mensch und Haustier auf Friedhöfen

Neuss ändert Friedhofssatzung : Gemeinsame Beisetzung von Mensch und Tier wird erlaubt

Mit der neuen Friedhofssatzung wurde eine Beisetzung von Hunden und Katzen im Grab ihrer Besitzer erstmals ermöglicht. Hunden bleibt der Zutritt zu den Friedhöfen im Stadtgebiet aber verwehrt. Eine Farce nannte das Carsten Thiel.

Mit der neuen Friedhofssatzung, mit der der Rat am Freitag – gegen einen UWG-Antrag – dieses Verbot fortschrieb, wurde eine Beisetzung von Hunden (aber auch Katzen) im Grab ihrer Besitzer erstmals ermöglicht. Allerdings nur eingeäschert und in einer eigenen und zudem biologisch abbaubaren Urne.

Hand und Pfote vereint dieser Mustergrabstein. Foto: dpa/Thomas Frey

Mit diesem Beschluss, den AfD und FDP nicht unterstützen, folgt der Rat dem Wunsch einer Neusserin, die sich vor mehr als einem Jahr an den Beschwerdeausschuss gewandt hatte. Die Fraktion „Die Linke“ griff dieses Begehren auf. Für sie warb am Freitag noch einmal Vincent Cziesla für diese Möglichkeit.

In Abstimmung mit Gärtnern, Bestattern und Steinmetzen und orientiert an einer Mustersatzung des Deutschen Städtetages hat die Friedhofsverwaltung die Friedhofssatzung knapper gefasst und noch in weiteren Punkten geändert. So wird es erstmals auf allen 13 Friedhöfen möglich sein, eine (biologisch abbaubare) Urne im Wurzelbereich eines Baumes beizusetzen. Dies allerdings nur in festgelegten Bereichen. Das Schmücken oder die Pflege von diesen Grabstellen ist untersagt.

Mit der Satzungsänderung nahm der Rat auch den Wirtschaftsplan 2020 für den selbständig wirtschaftenden Regiebetrieb Friedhöfe zur Kenntnis. Der ist mit einem Volumen von fast 3,7 Millionen Euro ausgeglichen und auf der Basis der aktuellen Gebührentabelle kalkuliert. Im Umweltausschuss hatte Friedhofs-Leiter Rainer Lessmann darlegen müssen, dass der Betrieb im dritten Quartal hinter dem Plan zurückgeblieben ist. Aktuell droht zum Jahresende ein Defizit in der Größenordnung von 100.000 Euro. Das muss keine Gebührendebatte auslösen, denn die Stadt hätte bis 2023 Zeit, ein Minus in der Bilanz auszugleichen.

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