Neuss: Stadt asphaltiert frisch markierte 30er-Zone

Fehler der Stadtverwaltung Neuss: Frischer Asphalt überdeckt gerade erst markierte 30er-Zone

Die Stadt Neuss hat auf dem Asphalt der Kasterstraße eine große 30 aufgebracht, um auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit aufmerksam zu machen. Doch kurz darauf wurde die Straße saniert - und die 30 war weg.

Eigentlich war Paul Spychala sehr erfreut, als er sah, wie die Stadt eine große 30 auf dem Asphalt der Kasterstraße aufbrachte, um auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit hinzuweisen. „Die rasen hier wie die Weltmeister“, sagt der Anwohner, „teilweise mit mehr als 60 Kilometer pro Stunde“. Der Freude wich aber schnell Verwunderung beziehungsweise Verärgerung. Denn: Bereits kurz nach der Markierung ließ die Stadt die Fahrbahndecke – vom Kreisverkehr bis zum Wendehammer – sanieren.

Dazu wurde die Fläche mit einem zwei Zentimeter starken Asphaltüberzug versehen. „Die Instandsetzung ist für den Substanzerhalt und zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit der Straße notwendig“, teilt die Stadt mit. Das Problem: Seit dieser Maßnahme ist von der gerade aufgebrachten Tempo-30-Markierung keine Spur mehr. Die Stadt gibt zu, einen Fehler gemacht zu haben. „Bei der Straßenmarkierung auf der Kasterstraße ist uns ein Fehler unterlaufen. Die Maßnahme Deckenüberzug ist in der Projektverfolgung mit einem falschen Datum übertragen worden. Daher waren die unterschiedlich beteiligten Unternehmen mangelhaft koordiniert. Es ist ein Schaden in Höhe von 202 Euro brutto entstanden, den wir bedauern und an dem wir beispielhaft die Genauigkeit in unserem Kontrollmechanismus verbessern werden“, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Anwohner Paul Spychala sagt: „Jeder macht Fehler.“ Fügt aber hinzu: „Das haben wir mit unseren Steuergeldern bezahlt.“ Spychala hofft nun, dass die Fahrbahn möglichst bald wieder markiert – und dann auch nicht direkt wieder neu asphaltiert wird. Der Anwohner wünscht sich zudem eine kleine Änderung. „Es wäre gut, wenn die große 30 mehr in der Fahrbahn-Mitte platziert wird.“ Vor der Asphaltierung sei die Markierung nämlich zu weit am Straßenrand aufgebracht gewesen. „Dadurch wurde sie oft von parkenden Autos verdeckt“, so der Anwohner, der darauf aufmerksam macht, dass es an der Straße nur ein reguläres 30er-Schild gibt. Nach Abschluss der Asphaltarbeiten findet Spychala aber dennoch lobende Worte für die Stadtverwaltung: „Das wurde wirklich sehr gut umgesetzt.“

(jasi)