Neuss: Sportbund kooperiert mit Erzbischöflichem Berufskolleg

Zusatzqualifikation vereinfacht: Pilotprojekt für angehende Erzieher

Der Kreis-Sportbund startet Kooperation mit dem Erzbischöflichen Berufskolleg.

Die angehenden Erzieher am Erzbischöflichen Berufskolleg Neuss bekommen dank eines Pilotprojekts in Zukunft bessere Qualifikationen im sportlichen Bereich. Zum ersten Mal kooperiert der Sportbund Rhein-Kreis Neuss (KSB) mit einer Schule, um den günstigen Erwerb des Übungsleiterscheins C zu ermöglichen. Mit dieser Zertifizierung können die künftigen Erzieher Jugendmannschaften trainieren und Übungen anleiten.

Das Pilotprojekt hat im August angefangen und hat bereits 60 Teilnehmer. „Das Interesse ist groß“, sagt Michael Thoeren, Sportlehrer am Berufskolleg, der zusammen mit seinem Kollegen Adam Miotke die Kooperation für die Schule koordiniert hat. „Es herrscht heute bei Jugendlichen ein Bewegungsdefizit“, stellt Thoeren fest. Sport sei eine wichtige Ressource, die auch bei der Bewältigung von Stresssituationen im Alltag helfe.

Anna-Maria Raschdorf konnte sich als eine der ersten 60 Teilnehmerinnen am Projekt davon überzeugen. Zur Zeit absolviert die 19-Jährige ein Praktikum an einem Bewegungskindergarten. „Die Kinder verbringen dort vier bis fünf Stunden am Tag mit Bewegung. Im Vergleich zu meiner Erfahrung aus anderen Praktika sind die Kinder  viel ausgeglichener, es gibt weniger Streit, Konflikte werden selbstständig gelöst“, sagt Raschdorf.

  • Polizei sucht Zeugen : Mann belästigt Jugendliche im Bus

Für solche ist der Übungsleiterschein C oder zumindest der Anfang der Weiterbildung häufig eine Voraussetzung, sagt Michael Thoeren. „Immer wieder kamen Anfragen, ob unsere Schüler den Schein haben. Das hat den Stein ins Rollen gebracht“, so der Lehrer. Der Erwerb des Übungsleiterscheins C dauert zwei Jahre, umfasst 120 Lerneinheiten und kostet in der Regel etwa 480 Euro. Dank der Kooperation mit dem KSB bezahlen die Schüler am Erzbischöflichen Berufskolleg nun lediglich 50 Euro für die Weiterbildung.

Der Sportbund kündigte an, künftig mit ähnlichen Kooperationsangeboten mit weiteren Bildungsträgern in der Region in Kontakt zu treten. „Das hier erarbeitete Konzept soll an weiteren Schulen herangetragen werden“, so Dominik Steiner, stellvertretender Vorsitzender des KSB. Das erfolgreiche Pilotprojekt solle auch dazu dienen, anderen Schulen zu zeigen, dass solche Kooperationen funktionieren. Damit soll auch der Personalmangel für Sportlehrer bekämpft werden.

Mehr von RP ONLINE