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Neuss: SPD wählt Kandidaten für den Kreistag und Reserveliste

Delegiertenversammlung in Neuss : SPD fordert mutigere Kommunalpolitik

Die Sozialdemokraten haben am Donnerstagabend mit großen Mehrheiten ihre Kandidaten für den Kreistag sowie die Reserveliste gewählt. Landratskandidat Andreas Behncke hob dabei fünf Wahlkampf-Punkte hervor.

Die Turnhalle des Berufskollegs für Technik und Information (BTI) auf dem Hammfelddamm bot ausreichend Platz, um fast drei Meter Abstand zwischen den Einzeltischen einzuräumen. Sicherheit war Trumpf bei der SPD-Delegiertenversammlung zur Vorbereitung der Kommunalwahl 2020. Schon am Eingang verteilte Birgit Sieben, Mitarbeiterin der SPD-Kreisverband-Geschäftsstelle in Grevenbroich, Mund-Nase-Masken an Mitglieder. Es galt, die Kandidaten für den Kreistag sowie die Reserveliste zu wählen.

Der Innenminister des Landes hatte die Aufstellungsversammlungen der Parteien trotz des Coronavirus nicht nur für möglich, sondern für dringend geboten erachtet, obwohl damit die persönliche Anwesenheit zahlreicher Parteimitglieder verbunden ist. Bei den für den 13. September 2020 vorgesehenen Kommunalwahlen in NRW werden die Vertretungen der Städte, Gemeinden und Kreise sowie die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister gewählt. Erstmals und ausnahmsweise wird dann die Wahlperiode 77 Monate betragen haben, so auch die des Kreistages.

Andreas Behncke (Dormagen), SPD-Landratskandidat, begrüßte die rund 120 Gäste, unter ihnen 86 stimmberechtigte Mitglieder: „Exakt in 100 Tagen schließen um die gleiche Uhrzeit die Wahllokale. Heute aber verlassen wir als Team die Halle.“ Auf die rhetorische Frage „Muss Kommunalpolitik nicht mutiger werden?“ nannte er fünf Punkte, die im Wahlkampf für die SPD im Vordergrund stünden: Wohnen, Mobilität, Pflegeberufe – dabei empfahl er die Einrichtung von Betriebswohnungen, um Personal zu binden –, Strukturwandel und: „Nach der Gesundheitskrise kommt die Wirtschaftskrise. Dann müssen Kommunen massiv gestützt werden!“

Arno Jansen, stellvertretender SPD-Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Neuss, wurde einstimmig zum Versammlungsleiter gewählt. Der Kommentar des Juristen: „Ohne Gegenstimme: das kam lange nicht mehr vor.“ Gleichwohl wurden ebenso einstimmig Daniel Rinkert, Vorsitzender der SPD Rhein-Kreis Neuss, zu seinem Stellvertreter, Nicole Niederdellmann-Siemes (Meerbusch) zur Schriftführerin gewählt. Das eigentliche Procedere, die Wahl der 33 Kandidaten für den Kreistag sowie ihrer „Huckepack“-Kandidaten und der Reserveliste, ging dank exzellenter Vorbereitung nahezu geräuschlos über die Bühne.

Hilfreich war dabei, dass dem Vorschlag für die 33 Wahlkreise in Gänze zugestimmt werden konnte. Bereits nach 30 Minuten waren die Stimmen ausgezählt: Alle Kandidaten erreichten 90 Prozent und mehr Stimmen, darunter mit Joel Franosch (19) das jüngste Mitglied, der für den Wahlkreis Neuss/Korschenbroich (6) antritt. Alle Stimmen konnten Sabine Kühl (Kaarst), „das soziale Gewissen der Kreistagsfraktion“, Doris Hugo-Wissemann (Dormagen), die letztmalig kandidiert, und Andreas Behncke (Dormagen) auf sich vereinigen. Der SPD-Landratskandidat führt auch die Reserveliste für den Kreistag auf Platz 1 an. Dort wurde er allerdings „nur“ mit 97,6 Prozent aller Stimmen gewählt. Die Reserveliste wurde mit großer Einstimmigkeit im Kreisvorstand und den Stadtverbänden entworfen und stärkt Frauenpower. Alle acht Stadtverbände erhielten einen sicheren Listenplatz (vermutlich bis Platz 11).