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Neuss: SPD fordert Ende der „Unisex“-Umkleiden

Bezirkssportanlage in Neuss : Antrag gegen „Unisex“-Umkleiden

Als „angespannt“ bezeichnet die Neusser SPD die Situation auf der Bezirkssportanlage in Rosellen – zumindest, wenn es um die Umkleide-Möglichkeiten geht. Die Partei sieht Handlungsbedarf.

Das Problem: Auf der Bezirkssportanlage in Rosellen stehen lediglich zwei Umkleiden zu Verfügung. Diese sind laut SPD bei der engen Trainings- und Spielbelegung stark frequentiert. „Viele Frauen und Mädchen sind auf der Anlage aktiv und benötigen einen eigenen Umkleide- und Duschbereich“, heißt es in einem Antrag, der eigentlich im Bezirksausschuss Rosellen hätte bearbeitet werden sollen, bevor dieser wegen der Corona-Krise abgesagt wurde.

Die Umkleidesituation in Rosellen ist „angespannt“. Foto: dpa/Jens Kalaene

Als erfolgreiche Beispiele von Frauen-Sportlerinnen, die die Kabinen benutzen, werden die Fußballerinnen in der Landesliga sowie die Leichtathletinnen genannt. „Es ist nicht zumutbar, nur eine Unisex-Umkleide vorzuhalten. Schon gar nicht, wenn Jung und Alt unterschiedlichen Geschlechts sich gemeinsam Umziehen und Duschen müssen“, schreibt die SPD. Eigene Damen- und Mädchenumkleiden seien zudem „ein wichtiges Mittel zur Prävention von sexuellen und körperlichen Übergriffen und Belästigungen“. Zusätzlich sei es sinnvoll, die Umkleiden am alten Groß-Tennenplatz wieder so herzustellen, dass sie zumindest als Ausweichmöglichkeit nutzbar sind.

Das ist nach Angaben von Sven Schümann, zweiter Vorsitzender des SV Rosellen, bereits im Gespräch. Die Räume sind zwar grundsätzlich nutzbar, laut Stadt musste allerdings das Wasser, das über das dahinter liegende Schulgebäude bezogen werden muss, wegen Verunreinigungen und Verschmutzung – bedingt durch unzureichende Nutzung – vor einiger Zeit abgeklemmt werden.

Das Gebäudemanagement soll nun prüfen, ob die Wasserversorgung in diesen beiden Umkleiden wieder hergestellt werden kann. Kostenpunkt: Rund 90.000 Euro samt Herrichtung der Räume. Zudem müsste vor der Umsetzung eine Kamerabefahrung der Abwasserleitungen gemacht werden, um den Zustand und den eventuell erforderlichen Sanierungsaufwand festzustellen. Dadurch könnten weitere Kosten entstehen. Die Verwaltung bestätigt: „Soweit diese Wiederinbetriebnahme nicht gelingen sollte, hat der SV Rosellen mit der zweitstärksten Anzahl von Mannschaften – derzeit circa 25 – in Neuss im Spiel- und Trainingsbetrieb ein aktuelles Problem mit unzureichenden Umkleidemöglichkeiten.“

Einer Darstellung der SPD widerspricht Sven Schümann allerdings: „Mir ist kein Fall bekannt, in dem sich Frauen und Männer in einer Kabine gleichzeitig umziehen mussten. Das wäre natürlich kein haltbarer Zustand.“