Neuss: Spargelstechen auf dem Eggenhof

Eggenhof in Neuss : NGZ-Mitarbeiterin probiert sich als Spargelstecherin

Die Spargelzeit hat begonnen. NGZ-Mitarbeiterin Katharina Molzberger hat den Eggenhof besucht und ist mit aufs Feld gegangen, um einmal selbst zu stechen. Ihr Fazit: ganz schön anstrengend die ständige Bückerei.

Der Frühling ist da und damit die Spargelsaison. Die Temperaturen sind zwar noch nicht durchgehend frühlingshaft, Spargel kann dennoch bereits gekauft und genossen werden. Viele Bauern bieten ihren eigenen Spargel in Hofläden an. Regionale Produkte, direkt vom Erzeuger und frisch vom Feld. Wie aber wird Spargel angebaut, gestochen und bis zum Verkauf verarbeitet und gelagert? Und wie anstrengend ist das eigentlich?

Das herauszufinden, dazu hatte ich am Wochenende die Möglichkeit auf dem Eggenhof. Ein Blick hinter die Kulissen und auf die Felder und selbst einmal Spargel stechen – das war eine Herausforderung. Bei frischen 6,5 Grad geht es um 9 Uhr zusammen mit Thomas Küppers, Inhaber des Eggenhofes, aufs Spargelfeld. Die Feldarbeiter sind bereits dort und haben die ersten Kisten gefüllt. Normalerweise ginge es morgens um 6 Uhr los, erzählt Küppers. Auf dem Feld wächst grüner, weißer und auch roter Spargel. Manche Reihen sind unbedeckt, andere liegen unter Folien.

Achtung, Chef passt auf: Thomas Küppers schaut genau hin, ob die „Praktikantin“ alles richtig macht. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Zu den ersten Handgriffen gehört das Entfernen der Folie, unter denen das Gemüse bei bis zu 40 Grad Celsius wächst. Grüner Spargel wächst oberirdisch, während der weiße in der Erde wächst. Vereinzelt gucken bereits die ersten Spargelköpfe aus der Erde und wir wissen, wo wir die Stangen stechen können. Thomas Küppers zeigt mir die Handgriffe, bevor ich selbst das Spargelmesser in die Hand nehme. Die Erde um die Stange muss erst entfernt werden. Sobald sie freigelegt ist, setze ich das Messer an. Das Abtrennen der Spargelstange geht schnell. Dennoch glaube ich, wenn man einige Stunden auf dem Feld verbringt, weiß man am Abend, was man getan hat. Bevor die nächste Stange geerntet wird, muss die gelöste Erde zurückgeschoben werden. So geht es entlang der gesamten Spargelreihe. Danach wird die Reihe wieder zugedeckt, damit der restliche Spargel weiter wachsen kann.

Ohne richtiges Werkzeug geht nichts, hier das Spargelmesser. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Vom Feld gelangt der Spargel zur Wasch- und Sortierstation. Die Stangen werden gesäubert und auf eine Länge geschnitten, danach in Kisten verstaut und ins Kühlhaus gestellt. Wem es an Zeit und Möglichkeit mangelt, den Spargel zu schälen, der bekommt auf dem Eggenhof das Rundum-Paket. Eine Schälmaschine im Hof übernimmt die sonst zeitaufwändige Arbeit und es werden auch mikrowellenfertig verpackte Spargelstangen verkauft.

Ideen zur Zubereitung von Spargel hat Thomas Küppers mir auch gegeben. In der asiatischen Küche, angebraten im Wok, findet Spargel Verwendung. Roter und grüner Spargel eignen sich als Rohkost oder ungekocht im Salat. Dass roher Spargel schmeckt, war mir bis dahin gar nicht klar. Ich habe auf dem Feld direkt eine Kostprobe erhalten und die frisch gestochenen grünen und roten Stangen probiert. Dazu muss ich sagen, dass ich bisher kein großer Spargelesser war, mir nun aber sicher bin, dass ich den rohen oder leicht gegarten Spargel den zu stark gekochten Stangen vorziehe.

Jetzt habe ich ein paar Ideen, wie welcher Spargel zubereitet werden kann, unter anderem als Suppe oder Quiche. Spargel wird im März/April gepflanzt und kann dann ein Jahr wachsen, bevor er im Frühjahr geerntet wird.

In den vergangenen Jahren ist der Beginn der Erntezeit immer weiter im Jahr vorgerückt. Traditionelles Ende der Spargelzeit ist der 24. Juni, Johannistag. Der Grund: Die Spargelpflanze braucht Ruhe und muss Licht und Energie speichern, um im nächsten Jahr wieder produzieren zu können.

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