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Neuss: So will Bürgermeister Reiner Breuer Gastronomen in der Corona-Krise entlasten

Corona-Krise in Neuss : Breuer will Gastronomen entlasten

Der Bürgermeister kündigt mehrere Vorschläge an den Rat an, mit denen die Gastronomen in Neuss in der Krise entlastet werden sollen. Unter anderem soll die Terrassengebühr für die geschlossenen Monate entfallen.

Nachdem viele Neusser Gastronomen am Freitag mit ihrer Stuhlaktion auf dem Münsterplatz ein Zeichen gegen die aktuelle Not des Gastgewerbes aufmerksam machten, wurden sie im Rathaus von Bürgermeister Reiner Breuer empfangen. Ein Gespräch, aus dem die Verantwortlichen zufrieden herausgingen, wie Uwe Müller, Besitzer der Hafenbrasserie „Bohai“, mitteilt. Ihre wichtigste Erkenntnis: Die Stimmen der Gastronomen spielen bei den Planungen auf kommunaler Ebene eine zentrale Rolle.

Details zu seinen Ideen, um den Neusser Gastronomen gezielt zu helfen, verriet Breuer am Freitag unserer Redaktion: Unter anderem möchte der Bürgermeister dem Rat vorschlagen, die Sperrstunde in den Sommermonaten nach hinten zu legen, wenn die Restaurants und Kneipen wieder öffnen dürfen. Konkret: Freitag und Samstag soll die Sperrstunde auf dem Markt um 24 Uhr beginnen und in den anderen Bereichen um 23 Uhr. Die aktuelle Regelung ist 22 Uhr.

Zahlreiche leere Stühle sind am Freitag mitten auf dem Münsterplatz aufgestellt worden. Dabei handelte es sich um einen stillen Protest, mit dem Neusser Gastronomen auf ihre finanzielle Not aufmerksam machen wollten, die durch die Corona-Pandemie entstanden ist. Foto: Andreas Woitschützke

Desweiteren möchte Breuer vorschlagen, dass Betriebe, deren Außenbereiche sich auf städtischem Gelände befinden, die Terrassengebühr für die geschlossenen Monate erstattet bekommen – oder dass sie zumindest reduziert wird. Sobald ein rechtlicher und zeitlicher Rahmen feststeht, wann und wie die Gastronomie wieder hochgefahren werden kann, möchte Breuer die Verantwortlichen zu einem Runden Tisch einladen, um gemeinsam zu besprechen, wie man diese Vorgaben in Neuss umsetzen kann. Erst am Mittwoch hatte Breuer mitgeteilt, dass die Stadt bereit ist, mit einem Hilfsfonds für Unternehmen finanzielle Lücken schließen zu wollen, die von Förder- und Hilfsprogrammen von Bund, Ländern, aber auch Banken offen gelassen würden. Der Verwaltungsvorstand hatte sich nach zweiwöchiger Vorarbeit auf Eckpunkte für einen solchen Schutzschirm verständigt.

Die Nachricht, dass die Landesregierung in NRW – neben Niedersachsen und Baden-Württemberg – an einem Konzept für die stufenweise Wiederaufnahme des Gastronomie- und Hotelbetriebs ab dem 4. Mai plant, möchte Uwe Müller noch mit Vorsicht genießen: „Erstmal müssen wir wissen, unter welchen Bedingungen wir öffnen dürfen und ob es für uns überhaupt wirtschaftlich Sinn macht.“

Einen Vorschlag, wie man Neusser Gastronomen unterstützen könnte, machte am Freitag auch der CDU-Bürgermeisterkandidat Jan-Philipp Büchler. Die Betroffenen sollten sich mit einer Crowdfunding-Kampagne an die Bürger wenden. Die Idee: Die Bürger erhalten für ihre finanzielle Unterstützung „Dankeschöns“ in Abhängigkeit von der Höhe des gespendeten Betrags.