Neuss: So war die Kniest Kul-Tour 2019

Kniest Kul-Tour in Neuss : Automobil-Geschichte zum Anfassen

Rund 90 historische Fahrzeuge und Youngtimer waren am Samstag bei der „Kniest Kul-Tour“ unterwegs.

Der Neusser Motorsportclub bekommt ein Luxusproblem: Alle, die am Samstag an der 18. Auflage der Kniest Kul-Tour teilgenommen haben, waren so begeistert, dass sie 2020 wieder dabei sein wollen. Fahrtleiter Pier Aprino: „Wir stoßen von den organisatorischen und räumlichen Möglichkeiten fast an unsere Grenzen. Dabei wollen wir neben unseren treuen Stamm-Teilnehmern gern auch neue schöne Oldtimer am Start sehen.“

Teils professionell restauriert bis zum Neuzustand, teils mit Patina, waren etwa 90 historische Fahrzeuge bis hin zu Youngtimern nach dem Start an der Moselstraße unterwegs, um sich an der Strecke und in den Innenstädten zu präsentieren. Am Ende gab es mit Stefan und Petra Gummersbach auf einem englischen TVR 3000 Turbo ein strahlendes Gesamtsiegerpaar und in den einzelnen Jahrgängen die Wertung der Klassensieger.

Das Ehepaar Gummersbach wurde Gesamtsieger. Foto: Hoppe/Rolf Hoppe

Zahlreiche Halts unterwegs gaben Zuschauern Gelegenheit, sich die Oldtimer näher anzuschauen und mit den Teilnehmern ins Benzingespräch zu kommen. So mit Armin Dietrich und seinem BMW 327/28. Der mit Partnerin Beate Wiese nicht nur in seiner Klasse den zweiten Platz belegte, sondern auch als schönstes Auto des Concours d’ Elegance geehrt wurde. „Dieses Cabrio aus dem Jahr 1939 ist seit 2014 in meinem Besitz, verfügt bei einem Hubraum von zwei Litern über 80 PS. Wegen seiner Seltenheit ist es für uns ein reines Schön-Wetter-Auto.“ Was an diesem Samstag nicht so ganz passte, denn die Cabriofahrer hatten viel zu tun mit Dach auf, Dach runter. Das konnten sich Jürgen und Antje Linnerz mit ihrem Porsche 718 RSK glatt sparen, denn der hat gar kein Dach. „Dann müssen wir halt schneller fahren, so Jürgen Linnerz. Ein Porsche, der ebenfalls bewundert wurde, war der 356 Speedster von Ralf Gladitz und Marcel Brüsseler. Gladitz wie auch Linnerz stellen dabei klar, dass ihre Porsches keine Replica-Nachbauten sind, sondern mit Originalteilen echte Porsche-Rennwagen geblieben sind. Genauso luftig unterwegs waren Ingo und Julia Meyer-Bernhorn. Die zwischendurch mit ihrem Willys-Armeejeep von 1951 sogar die Windschutzscheibe herunterklappen konnten. „Das Auto habe ich zum 50. Geburtstag von meiner Frau geschenkt bekommen. zusammen haben wir zum ersten Mal an einer Rallye teilgenommen. Sie war Co-Pilotin, wir haben gut zusammengearbeitet, sogar die Klasse gewonnen. Die junge Ehe hat den Stress ausgehalten. Und für uns ist der Willy auch ein Symbol. Schließlich hat er dazu beigetragen den Frieden nach Europa zu bringen,“ so Meyer-Bernhorn. Auch die Gesamtsieger Stefan und Petra Gummersbach waren gemeinsam unterwegs, haben schon etliche Pokale bei der Kul-Tour gewonnen und dürfen sich nun mit dem Siegerkranz sowie den Pokalen für Klassen- und Gesamtsieg schmücken.

Die schönen Fahrzeuge lockten viele interessierte Zuschauer an. Foto: Andreas Woitschützke

„Wir sind alle Sieger“, konnte Susanne Thywissen dann noch verkünden – und sich dafür bedanken, dass über 5000 Euro für die Aktion Luftballon gespendet wurden.