Neuss: So war die Further Wintergaudi 2020

Further Wintergaudi in Neuss : Oktoberfest-Stimmung im Januar? Kein Problem!

Wenn der erste Aufschlag im Jahr ein solches Ass ist, kann man mit Fug und Recht von einem großen Erfolg sprechen. In diesem Fall war es die zum vierten Mal organisierte Party mit Livemusik auf der Neusser Furth.

Ausgetragen von den St.-Sebastianus-Schützen und Marc Pesch wurde daraus ein langer Samstagabend mit urigem Bayerischen Rock. „Ausverkauft“, konstatierte Torsten Klein. Der Geschäftsführer der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft freute sich, wie schnell das Kontingent von 1600 Eintrittskarten von den Besuchern „weggeputzt“ worden war. Und wie dicht die Reihen im gut geheizten Festzelt anschließend gefüllt wurden. Sie alle kamen stilgerecht in Janker, Lederhosen und Dirndl und trugen einen großen Teil zur stimmungsvollen Feier bei. Nicht zuletzt das überall dominierende Blau-Weiß garantierte bayerische Hochstimmung. Die Veranstaltung hat jetzt seit 15 Jahren ihren festen Termin. Seitdem es die Nordstadthalle nicht mehr gibt und der Zuspruch zum traditionellen „Further Abend“ vor dem Patronatstag geringer wurde, musste eine neue Idee kreiert werden. Und schon war die „Further Wintergaudi“ geboren. Torsten Klein: „Dieser Gegenpol zum Karneval kommt sehr gut an.“

Das bewies der Blick in die Runde auf der Stelle. Krachlederne Gemütlichkeit liege eben im Trend, betonte Moderator und Mitorganisator Marc Pesch. Die Organisatoren sind stolz darauf, damit in eine Marktlücke gestoßen zu sein, die es in dieser Form im Großraum Düsseldorf sonst nicht gibt. Im Festzelt gab es viele strahlende Gesichter, wohin man auch blickte. Stimmungsvoll ging es zu, wie es sich Jochen Hennen, Präsident der St.-Sebastianus-Bruderschaft, eingangs auch ausdrücklich gewünscht hatte.

Auch dieses Quintett kam in traditioneller Kleidung. Foto: Georg Salzburg(salz)

Der Rahmen stimmte jedenfalls auf den Punkt. Cocktail-Eisbar, diverse Hütten mit bayerischem Trachtenverkauf, bayerische Schmankerl, Catering mit Leberkäse und Weißkäse sowie Original-Weißbier in klassischen Maßkrügen garantierten den Oktoberfest-Touch mitten im Januar.

Arm in Arm: Simone und Bernd Müller. Foto: Georg Salzburg(salz)

Die urbayerische Krone setzte der ganzen Festivität aufgeräumter Festzeltstimmung natürlich die fetzige Band auf. Die bayerische Kultband „Troglauer Buam“ ist in dieser Szene längst eine feste Größe. „Heavy Volxmusik“ nennen sie ihre Kombinationen aus Volksmusik und klassischen Rock-Songs. „Eine Superband“, bescheinigt DJ Marc Pesch dem sechsköpfigen Ensemble, und die rappelvolle Festhalle stimmte ihm bei diesem Urteil lautstark zu. Spätestens als das bekannte „Bobfahrerlied“ ertönte, waren die Troglauer in den Herzen des Neusser Publikums angekommen. Weitere Titel zum Mitsingen, Tanzen und einfach nur Feiern folgten in großer Zahl. Rheinischer und Bayerischer Frohsinn sowie Musikvorlieben passen offensichtlich ganz vorzüglich zusammen, wie sich an diesem bierseligen Abend wieder einmal zeigte. So funktioniert auch offenbar der soziale Kitt am besten, resümierten die Organisatoren des Abends überzeugend. Und die Schützen waren mit ihrem fälligen Patronatsfest am folgenden Vormittag wieder putzmunter an Ort und Stelle.