So war das Dîner en Blanc 2023 in Neuss Das leckerste Comeback des Jahres

Neuss · Auf der Terrasse am Haus am Pegel meldete sich das Dîner en Blanc nach drei Jahren Pause eindrucksvoll zurück in Neuss. Gut 240 Gäste erlebten einen Abend ganz in Weiß.

Neuss: Dîner en blanc 2023 am Hafen - die Fotos des Abends
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Festlich tafeln ganz in Weiß beim „Dîner en blanc“ 2023 am Hafen

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Foto: Andreas Woitschützke

Ein Malertisch mit einer langen, weißen Tischdecke, weiße Stühle, silberne Platzteller, weißes Geschirr und sogar weiße Weingläser – Nicole und Michael Dohmen nehmen zum dritten Mal am Dîner en Blanc teil und sind bestens vorbereitet. Gemeinsam mit zwei befreundeten Paaren haben sie sich „ihren“ Platz in einer der Reihen auf der Terrasse am Neusser Zollhafen eingerichtet – und ordentlich aufgetischt. Nicole war für die Vorspeisen zuständig: Melone mit Schinken, Suppe, gefüllte Zucchini, Bruschetta, Tomate und Mozzarella und ein Glasnudelsalat – die Auswahl ist groß und alle greifen erfreut zu.

Steffi Müller vom Blumenhaus Erika in Reuschenberg hat nicht nur für die Blumendeko und weiße Kerzen gesorgt, sondern war auch für die Hauptspeisen zuständig: „Wir haben Roastbeef mit selbst gemachter Remoulade, vegetarische Blätterteigtaschen und solche gefüllt mit Speck und Lauch, Gemüse- und Hähnchenspieße.“ Für sie und ihren Mann Oli ist es die zweite Teilnahme und sie sind wieder begeistert: „Das ist eine ganz besondere Stimmung“.

Eine große silberne Schale, die gut mit Eiswürfeln gefüllt ist, kühlt den Wein und das Wasser. „Wir haben hier geparkt und einmal alles rüber getragen,“ erklärt Michael Dohmen die Logistik. Die Kühltaschen und Transportkisten stehen nun am Ende des Tisches und sind – wie es sich gehört – mit einer weißen Tischdecke abgedeckt. Der Treffpunkt für das glanz- und genussvolle Dîner, das kein „zwangloser Grillabend sei“ wie der Organisator betont, wurde erst am Nachmittag über Facebook bekannt gegeben. Die Stimmung ist gut an den acht langen Tischreihen: „Ich tausche meine Mousse gegen Macarons.“ oder „Habt ihr mal einen Korkenzieher für mich?“ – der Kontakt unter den (unbekannten) Tischnachbarn ist gewünscht. „Lernt euch kennen, habt Freude und tauscht euch aus: Euer Essen, eure Getränke und eure gute Laune“, heißt es im Post, der mit einer Packliste vorab auf Facebook zur Verfügung gestellt wurde. Sogar die (meisten) mitgebrachten Hunde sind weiß und Baby Frida schläft friedlich in ihrem Kinderwagen, der selbstverständlich auch mit einem weißen Tuch abgedeckt ist.

Am Nebentisch wird ein Geburtstag gefeiert und die Nudeln werden auf einer angrenzenden Mauer auf einer mobilen Herdplatte à la minute gekocht und mit Tomaten und frisch geriebenem Parmesan garniert. Die Tischnachbarn haben Muscheln auf den Tisch dekoriert – ganz maritim, denn schließlich sei man ja am Hafen. Der Wind ließ im Laufe des Abends nach, sodass mit Einbruch der Dunkelheit, als das Dessert und die Absacker auf die Tische kamen, Kerzen, Lichterketten oder Lämpchen illuminiert wurden und einen gewissen Zauber verbreiteten: „Im Dunklen ist es besonders schön“, findet Nicole Dohmen, als sie, wie alle anderen Gäste auch, aufsteht, um die mitgebrachten Wunderkerzen zu schwenken.

Am nächsten Morgen ist die Terrasse am Hafenbecken 1 „tipptopp in Ordnung“ – der Organisator hatte das nicht anders erwartet: „Es waren wieder die verschiedensten Teilnehmer dabei und alle sind anständige Menschen – da kann ich mich darauf verlassen, dass der Platz nachher ordentlich verlassen wird.“ Für das nächste Jahr und die zehnte Ausgabe der traditionsreichen Veranstaltung denkt er bereits jetzt über die passende Jubiläums-Location nach.

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