Casting im Neusser Rheinpark-Center Auf der Suche nach den Stars von morgen

Neuss · Im Rheinpark-Center wurden Talente für Shows wie DSDS oder Gute Zeiten, schlechte Zeiten gesucht. Wie schlugen sich die Kandidaten?

Produktionsleiter Otto Nietschke macht ein Foto von einem Kandidaten, der am Samstag zum Casting ins Rheinpark-Center gekommen war.

Produktionsleiter Otto Nietschke macht ein Foto von einem Kandidaten, der am Samstag zum Casting ins Rheinpark-Center gekommen war.

Foto: Andreas Woitschützke

Gut 140 Personen, die am Samstag ins Rheinpark-Center kamen, hatten keinerlei Kaufabsichten. Sie wollten vielmehr die Grundlage für die eigene Vermarktung schaffen. Der Casting-Stand der UFA GmbH schien die richtige Plattform zu sein, um irgendwann groß rauszukommen.

Für die Besucher des Rheinpark-Centers war das Casting ein Grund zu verweilen und beispielsweise den improvisierten Dialogen zu lauschen. Die Nietschkes hatten alles fest im Griff. Casting-Stand-Leiter Marcel Nietschke und sein Vater, der Aufnahmeleiter Otto Nietschke, 38 und 69 Jahre alt, zeigten sich erstaunlich stressresistent. Und bevor es so richtig losging, gab es noch einen UFA-Werbeblock: „Wir suchen immer wieder auch Büroleute und Mitarbeiter für die Werbung, Kameramänner, Cutter und haben viele Lehrstellen zu besetzen“, erklärte Otto Nietschke. Die Bewerber könnten auch schon im fortgeschrittenen Alter sein.

Die Termine waren so vergeben worden, dass kein Gedränge aufkam – fast so wie in einer gut gemanagten Arztpraxis. „Ich kann keine Kinder kriegen, ich bin sterilisiert.“: Dieses voller Erregung geäußerte Bekenntnis aus dem Mund von Sparringspartner Otto Nietschke machte die Passanten neugierig. Die enttäuschte Antwort kam prompt: „Aber Otto, wir wollten doch heiraten.“ Er wollte damit die Kandidatin, die 22 Jahre alte Studentin Anna Grimme aus Krefeld, aus der Reserve locken. So ganz sollte ihm das zwar nicht gelingen, er zeigte sich aber trotzdem zufrieden. Und er erinnerte an folgendes: „Wie ihr hier über die rote Linie geht, dürft ihr nicht mehr euch selbst spielen.“ Die große Bandbreite der Gefühle wollte er sehen. „Es hat schon Spaß gemacht“, sollte Anna Grimme später sagen.

Susanne Rosga aus Düsseldorf ist 43 Jahre alt und verdient ihr Geld als Lohnbuchhalterin. Sie wäre schon mit der einen oder anderen Komparsenrolle zufrieden. Sie ließ sich nur fotografieren und stellte sich kurz vor. Ihre Daten hat jetzt die UFA und wer weiß, was sich da jetzt ergibt. „Alle Producer können darauf zurückgreifen“, sagte Marcel Nietschke. Er war sowohl mit der Zahl der Kandidaten zufrieden, als auch mit den dargebotenen Leistungen. Tanz, Schauspiel und Gesang konnten sich sehen und hören lassen. Und wenn die Leistung nicht ganz so top war, ernteten die Kandidaten keine üble Häme im Stile von DSDS-Urgestein Dieter Bohlen.

Die jüngste Kandidatin war gerade mal neun Jahre alt. Im Vergleich dazu ist die 17 Jahre alte Chiara Multari aus Neuss schon im gesetzten Alter. Sie arbeitet in einem Altenheim und kam bei ihrem Auftritt sehr sympathisch rüber – und mehr noch: „Du hast ein Wahnsinnspotenzial“, schwärmte der Produktionsleiter. Und er empfahl der 17-Jährigen, Gesangsunterricht zwecks Optimierung der Stimme zu nehmen.

Stephanie Grassl ließ hingegen nur Fotos machen. Für die in Kaarst lebende Kandidatin, die nächsten Monat 40 Jahre alt wird, ist die Wahrscheinlichkeit allerdings groß, dass sie irgendwann irgendwem bei der UFA auffallen wird. So gab es auch positive Rückmeldungen für sie.

Die Teilnahme am Casting an der Breslauer Straße dürfte allen viel Spaß gemacht haben. Die UFA produziert nicht nur Filme, sondern auch Serien wie „Unter uns“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Ob Komparse oder Hauptdarsteller: Wer beim Casting überzeugt, dem könnte sich so manche Türe öffnen.

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