1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: So war das Abschlusskonzert der 59. Kirchenmusikwoche

Kirchenmusikwoche in Neuss : Ein Abschluss mit Uraufführung

Das letzte Konzert der 59. Kirchenmusikwoche gestaltete sich zum Teil schwierig. Im Zentrum stand die Uraufführung der Komposition „Eine kurze Meditation über die Zeit“.

Das Abschlusskonzert der 59. Kirchenmusikwoche Neuss unter dem Motto „Im Wandel der Zeit“ fand in der evangelischen Christuskirche statt. Wie schwierig es ist, zu Corona-Zeiten zu musizieren, sollte dieses Konzert zeigen.

Die Musiker des Düsseldorfer Orchesters „RheinKlang“ saßen in gehörigem Abstand zueinander, das führte zu Beginn zu einigen Unstimmigkeiten im Tempo bei der Ouvertüre zur „Suite Nr. 1 C-Dur“ (BWV 1066) von Johann Sebastian Bach. Bald aber fand das Holzbläsertrio (zwei Oboen und Fagott) unter dem präzisen Dirigat von Katja Ulges-Stein zu einheitlichem Spiel an der Seite der Streicher.

Die Christuskirchen-Kantorin hatte passend zum Motto die Bach-Kantaten „Was mein Gott will, das gescheh allzeit“ und „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“ ausgesucht. Weil allerdings Proben mit der Cristuskirchen-Kantorei in den vergangenen Monaten nicht möglich gewesen sind, übernahmen die Solisten Irene Kurka (Sopran), Johanna Werhahn (Alt), Andreas Normann (Tenor) und Fabian Hemmelmann (Bass) nun die Chor- und Choralpartien.

Bei der Begleitung durch volles Orchester war das einfach zu wenig, zumal in der zweiten Kantate noch ein Flügelhorn hinzu kam. In den Soli konnten sich die Protagonisten hingegen durchsetzen, etwas blass blieb lediglich der Tenor.

Im Zentrum des Konzertes stand die Uraufführung der Komposition „Eine kurze Meditation über die Zeit“ für Sopran und Streichquartett von Klaus-Hermann Anschütz. Der Celler Regionalkantor und Dekanatskirchenmusiker hatte den Kompositionswettbewerb 2020 der Stadt Neuss gewonnen. „Alles hat seine Zeit. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ Die Sopranistin Irene Kurka deklamierte psalmodisch deutsche und lateinische Bibeltexte, die Streichquartettspielerinnen zitierten englische Texte von Stephen Hawking. Ihre Musik changierte zwischen wuchtigen Akkorden, beweglichen zeitlichen Abläufen und metrischen Pulsen.

Den Rahmen bildeten zwei Strophen von Jochen Klepper: „Der du die Zeit in Händen hast.“ Der stellvertretende Bürgermeister Sven Schümann (CDU) übergab im Namen von Rat und Stadtverwaltung den Preis in Höhe von 5000 Euro an Klaus-Hermann Anschütz, der schon am Tag zuvor zu den Proben angereist war.