25 Jahre Roundabout Jazz- und Popchor möchte „nicht einfach nur Töne machen“

Neuss · Seit 25 Jahren gibt es den Jazz- und Popchor „Roundabout“ der Musikschule. Im Februar lädt er zum großen Jahreskonzert. Der Chor erinnert sich an seine Anfänge und verrät, wie er die Pandemiezeit überstanden hat.

 Als die professionelle Jazzsängerin Anne Hartkamp vor 25 Jahren für die Chorleitung gefragt wurde, wohnte sie noch in Mainz.

Als die professionelle Jazzsängerin Anne Hartkamp vor 25 Jahren für die Chorleitung gefragt wurde, wohnte sie noch in Mainz.

Foto: Christian Apwisch

Es fing mit einem Aufruf an: „Mitsänger für den neu zu gründenden Jazz- und Popchor der Musikschule Neuss, die damals noch auf der Lützowstraße beherbergt war, gesucht!“ Die Idee, einen solchen Chor zu gründen, hatte der ehemalige stellvertretende Leiter der Einrichtung Jochen Büttner. Und seine Wunsch-Chorleiterin war auch schon gefunden: Anne Hartkamp. Die professionelle Jazzsängerin wohnte und arbeitete damals noch in Mainz. Kennengelernt hatten sie sich bei einem Duo-Konzert bei dem die heute 58-Jährige gemeinsam mit der deutschen Jazzmusik-Legende Gunter Hampel auftrat.  

„Für die allererste Probe kopierte ich die Noten optimistisch zwanzigmal, denn wir wussten ja nicht, wieviel Menschen, sich angesprochen fühlen“, erinnert sich Anne Hartkamp heute schmunzelnd. Damals habe sie nicht schlecht gestaunt, als 80 Interessenten an diesem Abend kamen. Über die Jahre hatte der Chor immer um die 50 bis 60 Mitglieder, inzwischen hat es sich bei knapp 50 eingependelt. „Es haben schon immer Mitsänger aus beruflichen oder privaten Gründen wieder aufgehört,“ erklärt die Künstlerin. „Während Corona“ sind dann allerdings keine Neuen dazugekommen, weil die Implementierung neuer Mitstreiter unter diesen Bedingungen schwierig war. Zwar gab es Online- oder Hybrid-Trainings, es wurde auch, als dies wieder möglich war, doch hätten sich alle sehr gefreut, als sie endlich wieder zusammen in der großen Gruppe singen konnte. Neue Chormitglieder stünden jetzt auch schon in der Warteschleife. „Das Interesse ist wieder groß, aber es kommt auf eine gute Mischung im Chor an,“ erklärt die Musikerin. Besonders gesucht sind Männerstimmen, bei den Frauenstimmen achte sie auf eine gute Balance, denn jede Stimme ändert sowohl musikalisch, als auch emotional die Dynamik des Gesangs.

Wer Anne Hartkamp bei einer Probe beobachtet, versteht schnell, warum die Begeisterung der Aktiven so groß ist: Mit viel Körpereinsatz, großem Engagement und Fachwissen dirigiert und arrangiert sie „ihre“ Sänger. Sie möchte „nicht einfach nur Töne machen“, sondern fragt sich und den Chor immer, warum sie das Lied singen und wen sie erreichen wollen, denn sie möchte die Menschen berühren mit ihrer Musik.

Beate Thiele-Hecker ist seit der ersten Stunde dabei: „Ich war damals noch recht neu in Neuss und suchte eigentlich etwas zum Gitarre spielen“, erinnert sie sich. Die Anzeige in der NGZ sprach sie dennoch an. „Die erste Probe war dann so toll und genau das, was ich suchte, seitdem bin ich dabeigeblieben.“

Gerade bereitet sich das Ensemble auf sein Jahreskonzert am ersten Februar-Wochenende vor und die Damen und Herren können es kaum erwarten, wieder vor großem Publikum im Pauline-Sels-Saal im Romaneum aufzutreten. In dieser „Aufwach-Phase nach Corona“ werden die sonst wöchentlichen Proben auch schon einmal aufs Wochenende ausgeweitet. Bereits im Herbst hatte sich Roundabout bei einem Probenwochenende in Remscheid intensiv auf diese Darbietung vorbereitet.

Nach einem Highlight in 25 Jahren Chorgeschichte gefragt, kommt Anne Hartkamp ins Grübeln: „Da gibt es so viele Aber ganz toll war zum Beispiel der Auftritt zum Abschluss des Hansetags auf der Rennbahn im letzten Jahr.“

Restkarten für beide Konzerte sind bei Tourist-Information in Neuss zu haben.

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