Neuss: Sina Heiser setzt sich als Engel im Alltag für Kranke ein

Nach Praktikum in Krankenhaus in Neuss : Engel im Alltag: Schülerin setzt sich für Kranke ein

Sina Heiser (18) möchte später Ärztin werden. Schon jetzt setzt sie sich als Sanitätshelferin bei den Johannitern ein.

Vor wenigen Tagen erst hat Sina Heiser ihre Volljährigkeit gefeiert. Was sie jetzt alles darf und wofür sie nun selbstverantwortlich handelt, weiß sie genau. Vor 16 Jahren aber natürlich noch nicht, damals wusste sie nur schon eins: Ich will Ärztin werden. „Dass man in ein Krankenhaus kommt, weil es einem schlecht geht, dort operiert wird, und dann wieder gesund ist, hat mich schon als kleines Mädchen fasziniert“, sagt sie. Und diese Faszination ist geblieben. Anderen Menschen helfen zu können, vielleicht sogar ihr Leben zu retten, das empfand die Schülerin als ein großes Glück. Und um das zu erreichen, arbeitet die junge Frau hart.

Nach der Grundschule hatte sie keine Empfehlung für das Gymnasium und ging als Düsseldorferin auf eine katholische Mädchenrealschule, die Theresienschule in Hilden. Sie wusste natürlich, dass sie für ein Medizinstudium das Abitur brauchte. „Ich wollte nach der Klasse 10 unbedingt aufs Gymnasium. Dazu brauchte ich gute Noten“, erzählt sie. Ihren Abschluss schaffte sie mit einem Durchschnitt von 1,7. Beste Voraussetzungen, um weiter zur Schule zu gehen. „Ich wollte wieder auf eine Mädchenschule, auf eine katholische“, betont sie. Denn, das habe sie bereits in Hilden festgestellt, dort sei das Verhältnis herzlicher, kümmern sich die Lehrer intensiver. „Für mich einfach der bessere Ort zum Lernen“, weiß sie. Und sie entschied sich für das „Marienberg“. Dafür nimmt sie von Montag bis Freitag täglich zwei Stunden Fahrzeit in Kauf.

Ihrem Wunsch, anderen zu helfen, denen es nicht gut geht, kam sie mit 13 Jahren schon ein Stück näher, als sie bei den Johannitern eine Ausbildung zur Schulsanitäterin machte. Als Sanitätshelferin ist Sina auch heute immer wieder im Einsatz. „Das geht aber nur am Wochenende. Denn ich habe meist bis 16 Uhr Schule und muss dann noch Hausaufgaben machen“, sagt sie. Samstags und sonntags sind es dann vor allem Musikfestivals, auf denen sie mit ihren Kollegen von den Johannitern kleinere Verletzungen versorgt oder sich um Menschen kümmert, die mit ihrem Kreislauf Probleme haben.

Für ihr dreiwöchiges Sozialpraktikum, das für die Marienberg-Schülerinnen in der Jahrgangsstufe 10 Pflicht ist, stand der Dienst in einem Krankenhaus an erster Stelle. Und nicht nur ein Krankenhaus sollte es ein, Sina hatte auch gleich eine Wunsch-Station: die Orthopädie. „Für die drei Wochen habe ich mir ein Zimmer in Neuss gemietet, damit ich pünktlich um 6 Uhr morgens meine Schicht anfangen konnte“, berichtet sie. Schon nach wenigen Tagen habe sie morgens die Blutdruck-Messungen übernommen und war mit ihrer offenen Art schnell bei den Patienten beliebt. Als Praktikantin hatte sie auch Zeit, mit den kranken Menschen zu reden, so ein wenig zusätzliche Anteilnahme in die Krankenzimmer zu bringen. In ihrem Berufswunsch sieht sie sich bestärkt. „Ich werde auch sicher das ein oder andere Wochenende wieder dort arbeiten“, sagt sie. Ihr Berufspraktikum im kommenden Jahr will die 18-Jährige auch dort machen. Ansonsten heißt es lernen, lernen, lernen, denn der Platz für ein Medizinstudium wird ihr nicht in den Schoß fallen.

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