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Neuss: Shakespeare-Festival muss 2020 umziehen

Theatertreffen in Neuss : Shakespeare-Festival muss 2020 umziehen

Zwei große Messen vor und nach dem Shakespeare-Festival 2020, dazu mittendrin die Equitana: Rund um das Globe wird es eng.

Seit 1991 gibt es das Shakespeare-Festival im Globe an der Rennbahn. Noch nie musste es umziehen, egal, ob eine große Sanierung des Rundbaus aus Holz anstand oder das Gelände zwischen Globe und Wetthalle neu gestaltet werden musste. Doch im kommenden Jahr ist so weit: Das Festival zieht – voraussichtlich – ins RLT. Zumindest für eine Woche.

Dass die alle zwei Jahre stattfindende Equitana 2020 genau in die Festivalzeit fällt, ist dabei der Auslöser, aber weniger der Grund für die  drastische Maßnahme. „Wir haben das schon früher erlebt“, sagt Kulturreferent Rainer Wiertz, der auch Festivalleiter ist, „und das Theaterfest dann nach hinten oder nach vorn verschoben.“

Dafür aber gibt es 2020 nur wenig Spielraum. Traditionell findet das Shakespeare-Festival in den vier Wochen vor den Sommerferien statt. Die beginnen 2020 bereits am 29. Juni, die Equitana trifft mit dem vereinbarten Termin 11. bis 14 Juni genau die Mitte des Shakespeare-Festivals.

Jede denkbare Verschiebung hat sich jedoch zerschlagen, weil durch die Messen Interpack (vor dem Festival) und Drupa (nach dem Festival) keine Hotelzimmer mehr in Neuss für die Theaterleute aus aller Herren Länder zu bekommen sind. Das habe alle weiteren Überlegungen zunichte gemacht, sagen Wiertz und die Beigeordnete Christiane Zangs. Sie hat in dem Fall übrigens „zwei Hüte“ auf, wie sie selbst sagt: als Mitgeschäftsführerin von Neuss Marketing, das derzeit die Rennbahn noch vermarktet, und als Kulturdezernentin. Dem Equitana-Veranstalter abzusagen, habe nie zur Debatte gestanden, sagt sie, denn das Festival des Pferdesports bringe Neuss „viel Renommee und auch Geld“.

So stehen für Wiertz nach derzeitigem Stand zwei Dinge fest, obwohl das Programm für das Festival 2020 noch nicht fertig ist: „Wir werden schon im Mai beginnen und die letzte der vier Wochen an anderer Stelle stattfinden lassen.“ Diese „andere Stelle“ wird wohl das RLT sein – auch wenn weder Wiertz noch Zangs das bestätigen wollen.

Die Leitung des RLT (Verwaltungsdirektor Dirk Gondesen und Intendantin Caroline Stolz ab 2019/20) bestätigt hingegen den Eingang einer „Terminanfrage des Kulturamts für Juni 2020 in der letzten Woche der Spielzeit 2019/2020 in Hinblick auf das Shakespeare-Festival“. Und ergänzt: „Wir werden selbstverständlich und gerne versuchen, diese Optionen zu ermöglichen.“ Der Spielplan für die Saison 2021 im RLT steht zwar, die letzte Premiere (passenderweise „Shakespeare in Love“) aber ist für den 9. Mai datiert. Ohnehin soll es dem Vernehmen nach um das Studio gehen, so dass das RLT derzeit noch Spielraum in der Gestaltung hat.

Für Rainer Wiertz hängt jedoch alles davon ab, ob es ihm gelingt, in dieser vierten Woche „etwas Besonderes“ bieten zu können. So verhandelt er derzeit mit einer – vermutlich englischen – Company, die diese eine Woche im Studio ausgestalten wird. Noch sei nichts „in trockenen Tüchern“, sagt er, aber ergänzt voller Zuversicht: „Es sieht gut aus, auf jeden Fall würde dieser Auftritt viel Aufmerksamkeit bekommen.“